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Nassfutter und Trockenfutter

Katzen – da ihre Vorfahren Wüstentiere waren – trinken kaum extra Wasser. Den größten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfes nehmen sie über die Nahrung auf.

D.h. man kann, um sie zum Trinken zu animieren, auch einen Schuss Milch o.ä. (Sahne, Joghurt…) ins Wasser tun, damit es etwas Geruch von Nahrung bekommt. Das kann man natürlich nicht lange stehen lassen. Auch sowas wie Joghurt enthält eine gute Menge Flüssigkeit, was man als Leckerli dazugeben kann.

Wieviel ml Flüssigkeit die Katzen über ihr Nassfutter aufnehmen, kann man in etwa leicht ausrechnen. Nafu hat im Schnitt einen Feuchtigkeitsgehalt von 80%. Wenn die Katze 200g Nafu frisst, hat sie 80% von 200g = 160g Feuchtigkeit. Diese Gramm nun in Milliliter umrechnen, bei Wasser ist das 1:1, also 160g = 160ml (denk ich jetzt mal, soweit ich mich erinnern kann).

Im Nafu ist aber nicht Wasser pur, sondern das ist ja mehr Nafu-Flüssigkeit, wie da das spezifische Gewicht ist, weiß ich nicht, weil ich auch nicht weiß, welche Flüssigkeit genau im Nafu ist (Fleischwasser? Kochwasser?). Deshalb kann man es nur als cirka angeben.

Also bei 200g Nafu nimmt die Katze in etwa 160ml Flüssigkeit auf. Wenn wir vom Erhaltungsbedarf an Flüssigkeit für Katzen von 40 – 60ml pro kg Lebendgewicht und Tag ausgehen und den Mittelwert 50ml nehmen, brauch eine 4kg-Katze ca. 200ml. Müsste diese zu 200g Nafu also noch in etwa 40ml extra dazu trinken.

Dazu ist noch zu bedenken, dass der Flüssigkeitsbedarf nicht bei jeder Katze exakt 50ml pro Tag sind, sondern das hängt auch von individuellen Sachen ab, sowas wie Aktivität, Umgebungstemperatur oder auch, wieviel Flüssigkeit eine Katze verliert, z.B. wenn sie aufgeregt ist und schwitzt und hechelt, braucht sie mehr Flüssigkeit. Diese 40 – 60ml pro kg Gewicht sind also auch ein ungefährer Wert und auch der Erhaltungsbedarf, also eigentlich Minimum und darf gern mehr sein.

Noch hinzu kommt, das in manch Literatur ein anderer Erhaltungsbedarf angegeben ist, dort wird anders gerechnet, weil die Katze als Eigenheit Flüssigkeit vor allem über die Nahrung aufnimmt, das der Erhaltungsbedarf an Flüssigkeit, den die Katze über die Ernährung bezieht, das Dreifache der Trockensubstanz (TS) ist. http://www.kretakatzen.de/KK-Ernaehrung.htm (unter Wasserbedarf)

Nafu hat mit 80% Feuchte eine TS von 20%. Bei 200g Nafu wär das eine TS von 40g, mal 3 sind 120g Flüssigkeit, die in den 200g Nafu ja dicke drin sind. Also zieht die Katze genügend Flüssigkeit übers Nafu. Ein gutes Futter, über das die Katze genügend Feuchtigkeit bezieht, hat also einen Feuchtigkeitsgehalt von 75%, da die TS dann 25% ist und 25 x 3 = 75. Zum Vergleich: eine Maus hat einen Feuchtigkeitsgehalt von 70 – 80%, entspricht dem also und Nafu entspricht mit seinen 80% Feuchte sehr gut der natürlichen Nahrung (was die Feuchte betrifft und Flüssigkeitsaufnahme über Nahrung, wie das mit dem Nährwert aussieht, ist natürlich schon wieder eine ganz andere Geschichte). Ich rechne aber mit den ca. 50ml pro kg und Tag und diese Rechnung mit TS kann man natürlich bei Trofu überhaupt nicht mehr anwenden, weil das Futter getrocknet ist und fast nur noch aus TS besteht.

Trockenfutter hat im Schnitt eine Feuchte von 8% und damit eine TS von 92%, also sehr stark konzentriert, dadurch, das es so hoch konzentriert, da getrocknet, ist, ist eine normale Fressmenge nur ca. 50g (je nach Gewicht der Katze).

Über 50g bezieht die Katze eine TS von 46g (also 4g bzw. cirka 4ml Feuchte). 46 mal 3 wären nur 138g Feuchte, was aber zu wenig ist, also kommt diese Rechnung mit der TS bei Trofu überhaupt nicht mehr hin. Weiterhin ist zu beachten, das Trofu im Kontakt mit Feuchte (und damit auch im Magen) aufquillt, also noch Wasser zieht, so kann man die 4ml Feuchte, die in 50g enthalten sind, getrost vernachlässigen. Bei Trofu können wir also nur noch in Abhängigkeit zum Körpergewicht rechnen und können den vollen Erhaltungsbedarf, also ca. 50ml pro kg Körpergewicht anrechnen.

Also zusammengefasst: Erhaltungsbedarf cirka 50ml pro kg Gewicht und Tag oder bei Feuchtnahrung das dreifache der TS, also Feuchtnahrung mit ca. 75% Feuchtigkeitsgehalt, wo die Katze nach Bedarf noch etwas Wasser extern hinzuschlabbert.

Bei reiner Nafu-Fütterung, oder wenn eine Katze sich von Beutetieren ernährt, klappt das also mit der Flüssigkeitsaufnahme. Dann nimmt sie den größten Teil über die Nahrung auf und trinkt bei Bedarf noch ein paar ml extern dazu. Man sieht daran auch, wenn eine Katze nicht richtig frisst, da krank oder nicht genügend Nahrung findet, dass dadurch auch Austrocknung droht. Wenn eine Katze also Nahrung verweigert, brauch sie irgendwann auch eine Infusion.

Bei Trofu-Fütterung sieht es schon anders aus, der minimale Feuchte-Gehalt kann vernachlässigt werden, eine 4kg-Katze sollte also mind. 200ml Wasser pro Tag extern dazu trinken. Und das schafft eine Katze kaum, die gewohnt ist und deren Instinkte so sind, dass sie Flüssigkeit über die Nahrung bezieht. Selbst wenn sie durch Trofu-Fütterung mehr Durst bekommt, sind 200ml pro Tag zu trinken für eine Katze extrem viel.

Für uns Menschen hören sich 200ml recht wenig an, aber wenn die Katze mit der Zunge Wasser aufschlappert ist das nicht viel. Um auf die 200ml zu kommen müsste sie schon ständig oder oft am Trinknapf hängen. Da kann man dann auch nicht mehr unterscheiden, ob sie so oft am Napf hängt weil sie evt. krank ist oder ob sie einfach nur ihren Bedarf an Flüssigkeit decken will. Zum Vergleich: 200ml sind 20 große Spritzen einer 10ml-Größe und das muss man erstmal in eine Katze hineinbekommen.

Bei Mischfütterung Trofu + Nafu kann man so rechnen:

Ich nehme eine 4kg-Katze, die 100g Nafu und 25g Trofu bekommt, also jeweils die Hälfte der Tagesportion des Nafu und Trofu. 100g Nafu haben 80% also 80g Feuchte, was ganz ungefähr 80ml sind. Trofu gibt keine Feuchtigkeit (die 25g hätten eine Feuchte von 2g bzw. ca. 2ml). Erhaltungsbedarf der 4kg-Katze: 200ml Feuchte. 200ml – 80ml sind immer noch 120ml, also immer noch sehr viel!

Bei Mischfütterung kommt hinzu, dass die Katze, da sie auch Nafu bekommt, evt. gar nicht mehr so großen Durst hat. Deshalb finde ich Mischfütterung genauso ungeeignet wie ausschließlich Trofu. Bei meinen Katzen war das so: die Katze, die gemischt Trofu/Nafu fraß, trank kaum, selten was dazu. Der Kater, der ausschließlich Trofu nimmt, trinkt viel dazu, mehr als 120ml. Da hat der Kater mit rein Trofu also mehr Flüssigkeit aufgenommen.

Quelle: Beitrag im Forum