Eosinophiles Granulom

Geschrieben von: Iris   
Eine unserer Katzen ist vor gut 3 Jahren am EG erkrankt. Wir hatten das Glück, daß diese seltene Krankheit bei unseren TÄ nicht unbekannt war. Bei unserer Katze äußerte sich das EG in Form von verschiedenen Hautpusteln im Gesicht, zwischen Ohr und Auge und auch unter dem Kinn.

Unter Vollnarkose wurde dann eine Biopsie vorgenommen, mit einem Stanzgerät, Durchmesser ca. 1/2 cm, wurde die Haut bis auf den Knochen aus drei verschiedenen Wunden herausgeholt. Außerdem wurde Blut für eine große Blutuntersuchung entnommen.

Die Ursache dieser Autoimmunkrankheit ist nämlich immer noch unbekannt, darum wurden die verschiedenen Untersuchungen durchgeführt.

Vererbung ist nicht auszuschließen, die Geschwister unserer Katze sind allerdings beschwerdefrei, sie werden weiterhin ausgestellt, und das ist bei kranken Katzen nicht erlaubt, außerdem ist das EG deutlich sichtbar.

Der umfassende Allergietest bei unserer Katze hat ergeben, daß sie weder auf Inhaltsstoffe des Futters oder auf andere Allergene reagiert, das war der erste Schritt für uns. Schade, denn eine Futtermittelallergie hätten wir als einfachste Ursache dieser Krankheit gesehen. Also wurde weiter geforscht, und nach der Kastration unserer Katze stellte sich heraus, daß das EG bei ihr hormonell bedingt ist. Sie war anschließend über 5 Monate lang beschwerdefrei.

Dann haben wir zusammen mit den TÄ die Homöopathie durchprobiert, aber nichts schlug an. Unsere Katze bekam über ein Jahr lang Cortison-Depotspritzen, um die Quaddeln und den Juckreiz zu dämmen. Allerdings ist eine Cortison-Dauerbehandlung alles andere als gut, die Lebenserwartung eines Tieres verringert sich, da die Leber und die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wir haben jetzt für unsere Katze eine Alternative gefunden, wir verabreichen eine Pille zur Unterdrückung der Rolligkeit, also ein Hormonpräparat. Nach 4 Pillen verschwand das Granulom in Lichtgeschwindigkeit, auch das lineare Granulom, das sich an den äußeren Hinterbeinen gebildet hatte. Die einzige Nebenwirkung bei der Pille ist der verstärkte Appetit der Katze, aber lieber eine kurzzeitige Gewichtszunahme als ständige Cortisongaben, so sehen wir das.

Ich möchte allen, deren Katzen auch mit dieser Krankheit zu tun haben, etwas Mut machen, denn es gibt tatsächlich Alternativen zum Cortison. Bei einer Katze mit Futtermittelallergie würde ich als erstes die Omega 3 Fettsäuren einsetzen, das hat laut verschiedener Berichte schon zum Erfolg geführt. Und bei einer eventuell hormonellen Ursache würde ich die Pille für die Katze einsetzen, Wirkstoff Megestrolacetat.

Wichtig ist, das EG der Katze über eine Biopsie und Blutuntersuchung einzugrenzen, damit alternative Behandlungen u. U. auch zum Einsatz kommen können.

Das EG ist eine fiese und hinterhältige Krankheit (und leider auch noch nicht so bekannt bei den TÄ), über das große Blutbild läßt sich jedenfalls erkennen, ob die Anzahl der Granulozyten vermehrt auftreten.
Wenn das so ist, richtet sich das Immunsystem immer gegen den eigenen Körper. Und wir haben mit unserer Katze noch Glück, denn oft entzündet sich das Zahnfleisch, der Rand des Mauls und die Bauchspeicheldrüse oder der Magen und der Darm der Katze, also die Schleimhäute, und dann kann sie kaum noch Nahrung zu sich nehmen.

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Dieser Beitrag von mir ist schon etwas älter.
Bei unserer Katze hilft eindeutig die Pille. Diese Pille lasse ich mir von einem befreundeten Züchter aus der Schweiz schicken, da sie hier in Deutschland nicht zugelassen ist. Es kann bei der Verabreichung der Pille allerdings auch noch zu einer Nebenwirkung kommen - Agression. Die legt sich aber nach dem Absetzen der Pille. Bei unserer Katze reicht es aus, bei einem neuen Schub alle 2 Tage eine Pille zu geben. Nach 4 oder 5 Pillen (also nach 8 oder 10 Tagen) ist der Spuk dann wieder vorbei.

Noch etwas als Tipp. Unsere Katze (Wohnungskatze mit eingezäunter Terrasse) hatte einmal einen Floh und bekam Frontline in den Nacken geträufelt. Diese Stelle hat sie bald über ein 3/4 Jahr lang fürchterlich gejuckt, sie hat sich dprt alle Haarwurzeln ausgeleckt und diese Stelle ist jetzt kahl.

Außerdem noch etwas zum Thema Impfen. Der Kraft Dürr, ein Fachbuch für die TÄ, sagt aus, daß Katzen mit einer Autoimmunkrankheit nicht mehr geimpft werden sollten, da jede Impfung zu einem neuen Schub führen kann. Da wir nur Wohnungskatzen haben (mit dem Terrassenkontakt), ist diese Entscheidung für mich nicht so schwierig, bei Freigängern würde ich mir die Risiken, eine Katze ungeimpft rauszulassen, natürlich überlegen und zumindest FeLV impfen lassen. Darauf würde ich den TA jedenfalls mal ansprechen.

Wichtig ist, daß gerade bei Cortisongabe ein jährliches Differentialblutbild (so heißt es z.B. bei dem Labor Vet-Med) durchgeführt wird, denn es ist auch sehr wichtig, auf die Nieren. und die Leberwerte zu achten. Bei negativer Entwicklung dieser Werte läßt sich gegensteuern, z.B. durch die Ernährung.

Mittel zur Stärkung des Immunsystem wie Echinacea usw. sind bei einer autoimmunerkrankten Katze fehl am Platz, da sie neue Schübe fördern können.

Das ist ein Unterschied zu einer immunkranken Katze, wo diese Mittel durchaus helfen können.

Forenbeitrag: http://www.wetterau-katzen.de/phpbb/viewtopic.php?p=18777#18777

Links zum Thema:

http://www.wetterau-katzen.de/eosinophiles-granulom.html
http://www.catpage.de/catp..eosinophiles_granulom.htm
http://www.ligne-bleu.de/kartaeuser.html
Eine Yahoo-Group zum EG: http://de.groups.yahoo.com/group/eosinophiles_Granulom_Liste/
 
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