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Eosinophiles Granulom

Die Krankheit

Eosinophiles Granulom ist eine Autoimmunkrankheit, also eine, bei der das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper richtet. Das eosinophile Granulom ist nicht besonders gut erforscht. Die Ursachen der Krankheit liegen nach wie vor im Dunkeln; Vererbbarkeit wird nicht ausgeschlossen, ist aber auch nicht nachgewiesen. Andere Theorien gehen in Richtung Allergie, u.U. ausgelöst durch bestimmte Futtermittel, sowie Hormonstörungen (siehe unten).
Das eosinophile Granulom ist nicht ansteckend.

Die Symptome

Bei Katzen gibt es im wesentlichen folgende Erscheinungsformen des eosinophilen Granuloms.

  • Bei einer Variante bilden sich Geschwüre in Lippen und Mundschleimhaut. Dies führt über kurz oder lang dazu, daß die Katze nicht mehr fressen kann, weil es ihr Schmerzen verursacht.
  • Eine weniger schwere Variante, die bei unserer Maya auftritt, äußert sich in Pusteln auf der äußeren Haut, die jucken und dann von der Katze aufgekratzt werden. Bevorzugte Stellen sind die oberen und seitlichen Kopfpartien sowie die Hinterbeine.

Die Diagnose

Eine zuverlässige Diagnose kann nur der Tierarzt mit Hilfe einer Biopsie (Gewebeuntersuchung) stellen. Ein Anzeichen für das Auftreten von eosinophilem Granulom ist das übermäßige Auftreten einer bestimmten Sorte weißer Blutkörperchen, der eosinophilen Granulozyten.

Die Behandlung

Leider ist — bedingt dadurch, daß man immer noch sehr wenig über die Krankheit weiß — die bevorzugte Behandlung, wie in so vielen Fällen, wenn es um das Immunsystem geht, eine dauerhafte Cortison-Therapie.

Leider?

Ja. Der Körper des Tieres wird durch die Cortison-Gabe unter Streß gesetzt. (Das ist beim Menschen nicht anders. Wer zum Beispiel unter starkem Heuschnupfen leidet und dagegen schon Cortison bekommen hat, weiß, wovon wir sprechen.)

Eine Cortison-Behandlung (sei es per Spritze oder Tablette) hilft einerseits recht gut gegen die Symptome. Wenn die Katze schon aus mehreren Stellen blutet und gar nicht aufhören will, sich zu kratzen, wird man nach Gabe von Cortison wahrscheinlich eine deutliche Besserung feststellen. Die Behandlung muß jedoch in der Regel dauerhaft erfolgen, sonst bricht die Krankheit sofort wieder aus.

Der große Nachteil ist, daß das Tier unter der Behandlung „gedämpft“ wird. Das heißt, es wird träge, und jegliche Energie und Lebensfreude scheint es zu verlassen.

Zusammenhang mit dem Hormonhaushalt

Bei Maya haben wir eindeutig festgestellt, daß das Auftreten heftiger Krankheitsschübe zeitgleich mit Phasen der Rolligkeit auftrat.Nach vier solcher Phasen haben wir uns daraufhin nach Absprache mit unseren Tierärzten entschlossen, Maya kastrieren zu lassen. Aufgrund ihrer Krankheit und der ungeklärten Vererbbarkeit kam sie sowieso nicht mehr als Mutterkatze in Frage.

Daraufhin trat eine deutliche Besserung ein. Maya ist seitdem zwar nicht beschwerdefrei, aber die seither auftretenden Pusteln behandeln wir mit Wundsalbe und stellen keine Verschlimmerung fest. Durch das Absetzen des Cortisons ist Maya zudem wieder richtig aufgeblüht und hat ein wenig Kindheit nachgeholt.

Andererseits hat sich durch die Kastration ihr Charakter auch ein wenig verändert. War sie vorher die liebste Katze der Welt, so knurrt sie mittlerweile auch schon mal und mag nicht mehr so oft zum Schmusen gegriffen werden. Diese Veränderungen gingen durch eine mehrmonatige Gabe von Bachblüten wieder zurück.

Update: Nach einigen Jahren gingen bei Maya die Symptome immer mehr zurück, und seit längerer Zeit ist sie komplett beschwerdefrei.

Sonstige Besonderheiten

Vorsicht mit Flohmitteln!

Bei Maya wurde einmal nach heftigem Jucken ein leichter Flohbefall diagnostiziert. Der Tierarzt träufelte ihr daraufhin ein Mittel in den Nacken.

Die betreffende Stelle schien sie sehr zu jucken. Sie leckte dann dort über Wochen und Monate geradezu manisch, so daß dort eine Wunde entstand, die über lange Zeit nicht verheilte. (Unsere Tierärztin berichtete das gleiche von einer ihrer Katzen, die ebenfalls an eosinophilem Granulom leidet.)

Maya hat nun im Nacken eine kahle Stelle, auf der keine Haare mehr nachwachsen. Wir sind sehr froh, daß die Wunde nach vielen Monaten und langem Tragen einer Halskrause schließlich verheilte.

Dies soll keine Aussage gegen das besagte Medikament sein, lediglich ein Hinweis, daß man bei Katzen mit Immunkrankheiten mit solchen Mitteln unter Umständen ein wenig vorsichtig sein sollte.

Weitere Informationen und Erfahrungen

Mögliche Ursachen

 

Vermutete Ursache Beschreibung

Status

Vererbung Einige Berichte deuten darauf hin, dass das eosinophile Granulom möglicherweise vererbbar ist. Beispiele: mehrere Wurfgeschwister mit Erkrankung bzw. Erkrankung von Mutter und Tochter.

Aus Sicherheitsgründen sollte unseres Erachtens eine Zucht oder Vermehrung bei erkrankten Elterntieren unbedingt unterbleiben.

durch Tierärzte vermutet/denkbar

Futtermittelallergie Überreaktion des Immunsystems auf manche Futtersorten. Festzustellen mit einem Bluttest von Laboklin.

durch Tierärzte vermutet/denkbar

Hormonelle Störung Wir haben einen zuverlässigen Zusammenhang zwischen Rolligkeit und Auftreten von Krankheitsschüben bei unserer Katze festgestellt.

bestätigt

 

Behandlungsmethoden

 

Behandlung Beschreibung

Behandlungserfolg

Cortisonpräparate in Spritzen- oder Tablettenform Bewirken eine schnelle Abheilung der wunden Stellen, mildern den Juckreiz wirksam.

In gewissen Zeitabständen sind neue Cortisongaben erforderlich (Depotspritzen usw.). Auf längere Zeit können erhebliche Nebenwirkungen auftreten, die auch die Lebenserwartung der Katze senken.

Beeinträchtigt u.a. die Aktivität und den Charakter der Katze.

Wegen der Nebenwirkungen auf den Organismus ist mindestens einmal jährlich ein Blutbild zu empfehlen, um die Funktionsfähigkeit der Organe im Auge zu behalten.

Bekämpft nicht die Ursache.

Bei akuten Krankheitsschüben schnelle Wirkung. Nebenwirkungen sind zu erwarten.

Wundsalbe Bepanthen Kann Abheilung der wunden Stellen bewirken. Vermindert nicht den Krankheitsschub an sich.

mäßig

Cortisonsalbe Dermamycin Kann Abheilung der wunden Stellen bewirken. Vermindert nicht den Krankheitsschub an sich.

mäßig

Cortisonsalbe Surolan Kann Abheilung der wunden Stellen bewirken. Vermindert nicht den Krankheitsschub an sich.

etwas besser

Tabletten mit Wirkstoff Megestrolacetat Eigentlich für Unterdrückung der Rolligkeit gedacht.

Dosierung: Anfangs drei Tabletten mit je 5 mg Wirkstoff im Abstand von je zwei Tagen, dann eine Tablette alle zwei bis drei Wochen. Häufigkeit muß dem individuellen Krankheitsbild der Katze angepaßt werden.

Nebenwirkungen: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme.

Bekämpft nicht die Ursache.

sehr gut, sehr schnelle Abheilung

Interferonpräparat Virbagen Omega Ganz neues Präparat (Anfang 2003). Soll das Immunsystem bei Viruserkrankungen unterstützen. Trotz dieser anderen Indikation gibt es erste Erfahrungsberichte über eine erfolgreiche Behandlung bei eosinophilem Granulom. Wirkungsweise über einen längeren Zeitraum hinweg sowie Nebenwirkungen sind noch nicht bekannt.

Wird vom Hersteller Virbac nicht zur Behandlung des e.G. empfohlen, da Interferone das Immunsystem zusätzlich stimulieren, statt es zu dämpfen.

Die Spritzen sind sehr teuer (ca. 40-70 Euro pro Injektion).

Bekämpft nicht die Ursache.

Bislang keine eigenen Erfahrungen.

sehr gut lt. ersten Berichten

Gabe von Omega-3-Fettsäuren Omega-3-Fettsäuren sind ein wichtiger Nahrungsbestandteil, deren Anteil durch veränderte Eßgewohnheiten sowie industrielle Nahrungsherstellung stark abgenommen hat. Ihnen wird u.a. eine unterstützende Wirkung auf die Funktion des Immunsystems zugesprochen.

Ein Erfahrungsbericht spricht von vollständigem Abklingen des eosinophilen Granuloms bei einer Katze. Bei regelmäßiger Gabe sei bisher kein weiterer Krankheitsschub aufgetreten.

Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E sind in der Apotheke erhältlich.

Es gibt auch Katzenfutter mit erhöhtem Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Hier ist uns z.B. die Futtermarke „Purina One“ bekannt.

sehr gut lt. ersten Berichten

Pflanzliche Präparate auf Purpursonnenhut-Basis Beispiele: Echinacea, Esberitox.

Werden von uns nicht verwendet, da sie das (ohnehin hyperaktive) Immunsystem zusätzlich stimulieren.

Bislang keine eigenen Erfahrungen.

keine Erfahrungswerte

Haftungsausschluss

Wichtiger Hinweis: Die auf dieser Seite zusammengetragenen Erfahrungen zu Behandlungsmöglichkeiten bei eosinophilem Granulom sind subjektiv. Sie spiegeln — nach bestem Wissen und Gewissen — unsere persönlichen Erkenntnisse und die anderer Betroffener wider und erheben nicht den Anspruch, allgemeingültig zu sein.

Wir versuchen damit, anderen Betroffenen Hinweise auf mögliche Behandlungsmethoden zu geben. Dabei empfehlen wir, alle Maßnahmen immer mit dem Tierarzt abzusprechen.

Wir haften keinesfalls für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung dieser Informationen ergeben.

Für Ergänzungen und weiterführende Erkenntnisse sind wir dankbar und werden aussagekräftige Zuschriften gerne sinngemäß in die Angaben auf dieser Seite aufnehmen.

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Weitere Links zum Thema:

http://www.catpage.de/catp..eosinophiles_granulom.htm
http://www.ligne-bleu.de/kartaeuser.html