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Scheue Katzen

Definition

Um scheue Katzen einzugruppieren, werden häufig Begriffe wie Wildling, Wildfang, verwilderte Hauskatze oder auch Wildkatze benutzt. Zum besseren Verständnis führe ich nachfolgend ein paar Definitionen an, die vielleicht etwas Klarheit verschaffen:

Die Europäische Wildkatze oder auch Waldkatze (Felis silvestris silvestris), deren Bestand in ganz Deutschland auf nur noch 1000 bis 2000 Exemplare geschätzt wird, könnte man ob der Ähnlichkeit für den Vorfahren unserer Hauskatze halten. Beim Betrachten der Skelette beider Arten sieht man jedoch deutliche Unterschiede, z.B. im Zahnbau und beim Schädel. So gilt vielmehr die nubische Falbkatze (Felis silvestris lybica) als Urahne unserer Hauskatzen. Vermutlich gelangte sie in den ersten Jahrhunderten n. Chr. nach Norden. Durch die Römer und mit den Kreuzfahrern vollzog sich die Ausbreitung über Griechenland und Italien in unsere Gegend.

Verwilderte Hauskatzen (Felis silvestris forma catus oder auch Felis silvestris catus lybica), die sogenannten Straßenkatzen, sind zumeist ausgesetzte oder entlaufene Tiere, die eine gewisse Zeit im menschlichen Haushalt lebten. Da in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Katzenhalter stark zunahm, steigt leider auch stetig die Anzahl der Katzen, denen von verantwortungslosen Haltern unkastriert der Freilauf gewährt wird. In Städten wie in ländlichen Regionen sieht man eine enorme Vermehrung der freilebenden Katzen. Sie sind dem Menschen gegenüber sehr scheu und führen das Leben von „wilden Tieren“.

Wildlinge sind quasi die Nachfahren domestizierter Katzen, die wild geboren und ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind. Sie leben zwar in menschlicher Nachbarschaft, halten diese aber stets auf Distanz. Sie sind scheu, ängstlich und lassen sich nicht berühren.

Scheue Katzen hingegen müssen nicht unbedingt „frei“ gelebt haben, um dieses Verhalten entwickelt zu haben. Oftmals brachten sie sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen dazu, eine zurückhaltende bis ablehnende Haltung einzunehmen.

Grundsätzliches

Für den Vertrauensaufbau gibt es kein Patentrezept, aber einige grundliegende Sachen, die man wissen sollte. Die Katzensprache ist weniger verbal denn gestisch.

Direktes In-die-Augen-Schauen, welches man unbedingt vermeiden sollte, bedeutet in der Katzenwelt eine Angriffsbereitschaft, zumindest aber eine Bedrohung. Langsames Augen schliessen und den Kopf zur Seite drehen signalisiert der Katze eine friedliche Absicht. Es reicht vollkommen aus, wenn man einen Punkt ca. 30-40 cm neben der Katze anschaut, um sie nicht visuell zu bedrängen. Wenn das In-die-Augen-Schauen auch noch damit einher geht, dass man sich direkt auf die Katze zubewegt, dann hat man ihr schon innerhalb kürzester Zeit signalisiert, dass man auf Angriffskurs ist. Dabei wollen unwissende Tierfreunde eigentlich genau das Gegenteil vermitteln.

Die Eingewöhnung sollte somit unter den Gesichtspunkten der Katzensprache und vor allem mit geduldiger Zurückhaltung ermöglicht werden.

Zuerst muss man sich, als Mensch, versuchen in die Lage der Katze zu versetzen. Sie nimmt unsere Wohnung ganz anders wahr als wir. Es handelt sich für sie um ein gänzlich fremdes Umfeld mit fremden Gerüchen und Geräuschen. Das Brummen eines Kühlschrankes (falls wir es selber überhaupt registrieren) ist ein ungewohntes Geräusch ebenso wie die Musikanlage, der Fernseher, die WC-Spülung oder auch nur der Lüfter des PC.

Deodorant, Parfüm und Waschmittel sind Gerüche, die wir täglich mit uns herum tragen und das Spülmittel liegt wie ein Schleier über der Küche.

Es sollte der Katze ermöglicht werden, all diese neuen Einflüsse in Ruhe zu verarbeiten, sie braucht eine Weile, um Geräusche und Gerüche zuordnen zu können und als ungefährlich zu akzeptieren. Es ist ein permanenter Stress, wenn die Katze bei Geräuschen stets erschrickt und laufend vor dem wohlmeinenden Menschen flüchten muss, dieses kann das Immunsystem stark beeinträchtigen.

Ein Grundsatz sollte lauten: Geduld, Ruhe und Stabilität.

Ein guter Grundstein ist eine zutrauliche, verschmuste Erstkatze!