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Erfahrungsbericht zur Zusammenführung

Wir hatten im April eine sehr gelungene Zusammenführung, da war überhaupt nichts nötig – Pelle raus aus dem Kennel, alle mal anschnuppern, nach fünf Minuten war er akzeptiert.
Das ist natürlich traumhaft so, weiß ich, aber ich wünsche Dir von Herzen daß es bei euch ebenfalls so läuft. Wenn der Neuling ein gut sozialisiertes Kitten aus einer guten Zucht ist läuft es allerdings meistens mehr oder weniger so ab, plusminus etwas Gefauche und ein paar Tagen allgemeine Unruhe.

Wie sind denn die Alttiere charaktermäßig und sozial so drauf? Wenn es keine extremen Problemtiere oder Sensibelchen sind sehe ich aufgrund meiner Erfahrungen keinen Grund, daß Du groß etwas machen müßtest.

Ich würde daher erstmal ruhig abwarten wie es sich entwickelt und gar nicht groß mit Feliway oder BB nachhelfen. Und finde es ganz, ganz wichtig, daß man sich als Mensch klarmacht, daß man unter Umständen der Streßfaktor Nummer eins ist für die Tierchen, indem man übersteigerte Erwartungshaltungen hat oder einfach nur zuviel des Guten tut, weil man es besonders gut meint.

Bitte nicht falsch verstehen, das ist keine Kritik sondern meine Erfahrung in der Beziehung… je weniger Aufwand ich selbst betrieben habe umso besser ist es immer gegangen… und je ruhiger und souveräner ich selbst mit der Situation umgehe (egal welche bei den Tieren), desto besser stecken sie das selbst immer weg. Ein gewisses Grundmaß an Gefauche und später Gekloppe gehört einfach dazu, schließlich müssen Ränge und Positionen neu verteilt werden und der/die Kleine erst noch erzogen nach dem Gusto der Alttiere….. das ist ganz normal und sollte auch nicht unterdrückt werden.

Ich habe zwar Feliway auch schon eingesetzt, als es später stressig wurde, da Pelle recht früh geschlechtsreif wurde und Skrållan sehr bedrängt hat. Aber auch nur sprühend in die Schlafkörbe bwz. Kratzbäume, das hatte völlig ausgereicht.

Gerüche im Vorfeld zu vermitteln ist dagegen eine sehr gute Idee, mit der ich auch viele gute Erfahrungen gemacht habe. Aber ihr solltet nicht nur die Gerüche eurer Katzen „mitnehmen“, sondern auch eure. Ideal wäre ein Textil, z.B. ein getragenes T-Shirt von euch, oder ein Handtuch das man ein paar Nächte mit ins Bett legt, auf dem sich dann auch die Katzen mal räkeln durften, sprich das danach ein, zwei Tage von ihnen „beduftet“ wurde. Das beim Holen mitnehmen und in den Kennel legen auf der Heimfahrt. So kommt dann für die Alttiere auch gleich ein bisschen vertrauter Geruch nach den Türöffnern mit dazu, das riecht vertraut.

Für die Fahrt empfiehlt es sich ein Tuch dabeizuhaben mit dem der Kennel dunkel gemacht werden kann. Zudem sollte man sich möglichst wenig aktiv mit dem Tier beschäftigen während der Fahrt, sondern eine ruhige Geräuschkulisse schaffen, durch Gespräche, ruhige Musik, und wenn es quäkt aus dem Kennel ruhig in die Richtung und auch mit dem Tierchen reden, aber es möglichst dort drinnen in Ruhe lassen. Höchstens ein paar Finger unter der Decke / dem Tuch in den Kennel stecken, aber ohne direkten Kontakt. Man ist schließlich noch nicht vertraut miteinander.

Zum Impfen: wie alt ist er denn wenn er zu euch kommt? Für sehr wichtig halte ich daß er nicht direkt nach der Impfung in eine neue Umgebung kommt, sondern daß mindestens fünf Tage zwischen der letzten Imfpung und dem Wechsel des Zuhauses liegen. Das Immunsystem macht sonst schnell schlapp, der Umzug bedeutet ja auch einen großen Streß, und der Neuzugang hat sich schnell einen Erklältungsschnupfen geholt etc.

Wurmkur: eigentlich sollte der Kleine doch ausreichend entwurmt sein wenn er zu euch kommt, oder? Ich kenne es ehrlich gesagt bisher nicht anders bei Katzen vom Züchter. Und Deine Katzen: sind die Freigänger? Ansonsten wüßte ich keinen Grund, der für das Entwurmen spricht, im Gegenteil. Kurz vorher hätte bei Wurmbefall den Nachteil daß sie dann unter Umständen sogar noch etwas ausscheiden. Das hätte dann schon längst passieren sollen. Und Wurmkur als Vorsorge macht ja auch keinen Sinn. Ich bin in dieser Frage allerdings kein Fachmann, da kann jemand anderes hier hoffentlich mehr sagen.
Ich verstehe natürlich vollkommen, daß Du alles richtig machen möchtest und es allen Beteiligten so leicht wie möglich mit dem Einzug von Bilbo. Und kann von daher Deine Überlegungen und Ideen absolut nachvollziehen.

Aber ich glaube wirklich daß es gar nicht so kompliziert zu sein braucht. Die gängigen Eingewöhnungs-Vorschläge gelten ja eigentlich für Katzen, die vom Bauernhof oder aus dem Tierheim kommen, zumindest gewinne ich immer wieder den Eindruck. Denn ich habe schon oft erlebt, daß ein gut sozialisiertes Kitten aus einer guten Zucht ankommt, aus dem Kennel spaziert und sich auf Anhieb wohlfühlt. Es müssen zwar die Verhältnisse mit den vorhandenen Katzen untereinander meist erstmal geklärt werden, was manchmal ganz problemlos abläuft, manchmal mit viel Geräusch und Show verbunden.

Aber ich würde es im Fall eines Kittens vom Züchter immer so probieren:

  • Neulingszimmer herrichten: da steht erstmal ein neues, eigenes Klo, das da auch eine Weile bleiben kann, da gibt es einen Futterplatz, Schlaf- und Kratzmöglichkeiten und da ist es ruhig.
  • Am Tag X: himkommen, Kennel abstellen in dem Raum, in dem das Klo für den Neuen steht, Tür aufmachen und gucken was passiert. (Kennel so abstellen daß er da auch erstmal stehen bleiben kann, das kann ggf. ein vertrauter Rückzugsort sein). Ggf. kurz zeigen wo das Klo steht, aber meist wird das auf Anhieb entdeckt. Von dem Zimmer ausgehend kann dann die neue Welt erkundet werden. Und da dürfen ruhig Gegenstände und Textilien drin sein die nach den Altkatzen riechen. Die Tür dieses Raums kann man zumachen oder auflassen, kommt drauf an wie die Altkatzen reagieren. Wenn sie sofort gucken wollen würde ich erstmal abwarten wie mutig der Neuling ist. Wenn sie nicht gleich gerannt kommen, kann die Tür aufbleiben und man guckt einfach was passiert.
  • Wenn sich der Neuling nicht aus dem Kennel traut oder gleich unter dem nächsten Möbel verschwindet, dann sollte man das Neulingszimmer erstmal nur ihm überlassen und ihm seine Ruhe lassen, bis er sich hervortraut. Dann macht es auch Sinn im Neulingszimmer Feliway einzusetzen und über BB nachzudenken, oder andersrum, wenn sich eine der Altkatzen zurückzieht.

Wenn sich die Altkatzen übrigens zu sehr bedrängt fühlen am Anfang kann es genauso Sinn machen den Neuling nachts oder zu bestimmten Zeiten auf sein Zimmer zu beschränken, damit die anderen Ruhephasen haben und nicht dauernd unter Streß stehen.

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