Wird geladen ...

Neues aus der Wetterau

Das Katzen-Forum ist schick und neu.
Zum Forum

Unsere Katze ist trächtig, was tun?

Vorwort

Ich habe mir lange überlegt, diesen Artikel ins Internet zu stellen, denn er soll nicht der sinnlosen, unkontrollierten Vermehrung von Katzenbabys raten, noch diejenigen unterstützen, die unüberlegt "einmal Babys haben wollen". Die Geburt und Aufzucht von Katzenkindern verlangt sorgfältige Überlegung, ausreichende Kenntnisse, und die Sicherheit, dass nicht der Wunsch eines Menschen hier den Vorrang hatte.

Es kann aber auch ungewollte Trächtigkeiten geben, nicht auf Unüberlegtheit oder Verantwortungslosigkeit basierend, und denen, die dann Hilfe und Rat suchen, ist dieser Artikel zugedacht.

Die Trächtigkeit

Katzen können bereits ab dem 6. Monat potent und auch trächtig werden (selbst von früheren Zeitpunkten weiß man), bedenken Sie das, wenn ihre Katze Freigang oder Kontakt zu potenten Katern hat.Die Trächtigkeit einer Katze beträgt 63 – 67 Tage (in Ausnahmefällen bis zu 70 Tagen) gerechnet von Deckakt, wobei nicht gleich der erste Deckakt erfolgreich sein muss, daher die evtl. 70 Tage.

Etwa drei Wochen nach Beginn der Trächtigkeit verfärben sich die Zitzen rosa und beginnen größer zu werden.

Auf Grund dieser Angaben lässt sich der Geburtstermin errechnen, den man unbedingt wissen muss. Fehlen diese Kenntnisse, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um den voraussichtlichen Geburtstermin zu bestimmen.

Zur Geburt müssen sie bei Ihrer Katze sein, planen sie deshalb diesen Termin genau vor, für Berufstätige sollte ein Urlaub evtl. auch 2-3 Wochen möglich sein, falls eine Handaufzucht erforderlich ist.

Eine trächtige Katze muss unbedingt gesund sein, es ist lebenswichtig für sie und die Entwicklung der Föten. Daher sollte das Tier einem Tierarzt vorgestellt werden, wenn man sich dessen nicht völlig sicher ist.

Wichtig ist es auch zu wissen wie viele Babys zu erwarten sind, damit Sie erkennen, wann der Geburtsprozeß beendet ist. Zu diesen Zweck kann die Katze einige Tage vor der Geburt – für die Kitten gefahrlos – geröntgt werden.

Trächtige Katzen brauchen eine besonders hochwertige Ernährung, d.h. nicht Mengen, sondern ausgezeichnete Futterqualität mit hochwertigem, tierischen Eiweiß. Kittenfutter ist hier z.B. geeignet, wobei Nassfutter der Vorrang zu geben ist, dessen Flüssigkeitsanteil die Milchproduktion auch der später säugenden Katze unterstützt. Quark, Joghurt (keine Magerprodukte) oder ein ganz frisches Eigelb, gedünstetes Geflügelfleisch sind ebenfalls geeignet für eine werdende Mutter. Nach Absprache mit dem Tierarzt sind auch Vitaminpräparate zu empfehlen.

Eine freilaufende Katze sollte man jetzt an mehr Häuslichkeit gewöhnen, das Risiko einer Geburt ohne Menschenaufsicht ist recht groß, und eine säugende Katze, deren Babys völlig auf sie angewiesen sind, darf keinem Risiko durch Freigang ausgesetzt sein. Auch von Kletteraktionen oder Sprüngen aus großer Höhe sollte eine Katze jetzt abgehalten werden.

Der Wurfplatz

Etwa eine Woche vor der Geburt beginnt die Katze sich nach einem sicheren Wurfplatz umzuschauen, sucht in Schränken, Schubladen, Höhlchen etc. – also Zeit, ihr eine angenehme Wurfkiste anzubieten. Im Handel kann man Wurfkisten erwerben, aber Katzen nehmen durchaus auch einen Ersatz an, z.B. einen stabilen Karton oder einen weich gepolsterten Hundekorb. Die Maße der Wurfkiste – etwa 50x75cm – sollten so sein, dass sich die Katze beim Säugen bequem darin ausstrecken, aber bei der Geburt ihre Pfötchen auch an den Seiten abstützen kann. Der Rand sollte mindestens 20-30cm hoch sein, damit die Kitten, wenn sie beginnen zu krabbeln nicht zu früh heraus klettern können.

Auspolstern kann man die Kiste z.B. mit Matratze aus einem Puppenwagen, alten Bettbezügen, Geschirrhandtüchern, oder T-Shirts, damit sie weich und kuschelig ist. Alle Materialien sollten waschbar sein, und bitte keine wolligen oder Frotteematerialien verwenden, da an ihnen die Krallen der Babys hängen bleiben können.

Für die Geburt hält man zudem Zellstoffunterlagen oder saubere Tücher bereit, die man während des Geburtsvorgangs wechseln kann, damit Mutter und Babys immer trocken liegen.

Der Standort einer Wurfbox sollte ruhig und abgedunkelt sein, ggf. die Box mit einem Tuch abdecken, aber auf jeden Fall für Sie erreichbar, um Geburtshilfe leisten zu können. Manche Katzen bevorzugen Schrankregale, was durchaus akzeptabel ist, wenn sie ebenerdig sind, bei höheren Lagen besteht die Gefahr, dass die Babys stürzen könnten.

Auch sind viele Katzen wählerisch und es empfiehlt sich, zwei bis drei Wurfkisten an verschiedenen Plätzen anzubieten. Versuchen Sie der Katze die Wurfkiste attraktiv zu machen, indem Sie sie hineinlegen, dort schmusen und streicheln und ihr andeuten, dass dies ihr Plätzchen für die Geburt ist.

Aber selbst wenn die Katze sich dann zur Geburt einen anderen Platz aussucht, z.B. Ihr Bett, lassen Sie ihr diese Wahl, und bringen sie die kleine Familie dann nach der Geburt in die Wurfkiste.

Vorbereitungen auf die Geburt

Für die bevorstehende Geburt sollten Sie jetzt ihre Vorbereitungen treffen. Sichern Sie sich vor allem die Erreichbarkeit des Tierarztes oder eines erfahrenen Züchters, die Ihnen auch in der Nacht zur Verfügung stehen.

Bereiten Sie alle Geburtsutensilien vor, als da wären:

  • Hautdesinfektionsmittel für Ihre Hände
  • Wunddesinfektionsmittel zur Desinfektion der durchtrennten Nabelschnur
  • Verbandsschere zur Durchtrennung der Nabelschnur
  • Klemmen zum Abbinden der Nabelschnur
  • Fieberthermometer
  • Zellstoffunterlagen für die Wurfkiste
  • Saubere Leinentücher zum Trockenreiben der Babys
  • Kreislauftropfen zur evtl. Atemstimulanz der Babys
  • Ein weiteres weich gepolstertes Körbchen mit sauberer Einlage
  • Eine Wärmelampe, z.B. Rotlicht oder Wärmflasche
  • Haushaltswaage mit Grammeinteilung zum Wiegen der Babys
  • Aufzuchtmilch, z.B. KMR oder Mamilac
  • Einwegspritzen ohne Nadel (sog. Insulinspritzen) zur evtl. Handfütterung. Passende Sauger gibt es im Tierhandel im Zubehör für Nageraufzucht.
  • Papier und Stift für das Geburtsprotokoll
  • Farbige Bändchen zur Kennzeichnung der Babys

Die Geburt

Die bevorstehende Geburt erkennt man oft an der besonderen Anhänglichkeit der Katze, die mehr als sonst ihrem Besitzer nachläuft. Etwa 24 Stunden vor der Geburt soll die normale Körpertemperatur von 38,6° um ein Grad absinken.

Mit Einsetzen der Senkwehen (der breite Bauch der Katze wirkt schmaler, dafür aber hängend) sollte die Katze nicht mehr ohne Beobachtung sein. Es tritt Schleim aus der Scheide, manchmal geht ein richtiger Schleimpfropf ab. Nach den Eröffnungswehen (man erkennt am Körper das Zusammenziehen der Gebärmutter) erfolgen meist die Presswehen.

Die Geburt des ersten Babys kann für die Katze recht schmerzhaft sein, man sollte ihr gut zureden, streicheln evtl stützen und sie vor allem daran hindern, die Wurfkiste zu verlassen.

Die Babys befinden sich in einer äußeren und inneren Fruchthülle, die äußere reißt während der Geburtsphase und in der inneren erscheint das Baby entweder in Kopf oder Steißlage.

Normalerweise reißt die Mutter die Fruchthülle auf, beginnt das Baby trocken zu lecken, frisst die Nachgeburt und nabelt das Baby ab, um es dann völlig trocken zu lecken. In diesem Fall sollte man nicht eingreifen, dann wäre nur Hilfe erforderlich, wenn die Babys zu schnell hintereinander kommen und die Mutter nicht nachkommt.

Macht sie hingegen keine Anstalten, die Babys auszupacken, öffnet man die Fruchthülle über dem Köpfchen, damit das Kleine sofort atmen kann, klemmt oder bindet die Nabelschnur etwa 3cm vom Bäuchlein entfernt ab, und schneidet die Nabelschnur hinter der Klemme in Richtung Nachgeburt ab. Die Schnittstelle mit der Wunddesinfektion betupfen, ein paar Sekunden warten und dann die Klemme lösen.Jetzt das Baby beginnend von Kopf trocken reiben und dabei Nase und Mund säubern. Um evtl. Fruchtwasser zu entfernen wie bei einer Mund-zu-Mund-Beatmung kurz an Nase und Mäulchen des Babys saugen.

Die Gefahr, dass ein Baby Fruchtwasser geschluckt hat ist besonders hoch, wenn es bei der Geburt nicht mehr komplett von der inneren Fruchthülle umgeben ist, dann muss sorgfältig abgesaugt werden.

Nun wird das Neugeborene gewogen, das Gewicht notiert und versucht das Geschlecht zu erkennen. Wenn Sie gleichfarbige Babys erwarten sollten sie jetzt mit einem Bändchen um den Hals gekennzeichnet werden.

Das Baby wird nun zur Mutter gelegt, damit es saugen kann. Nur wenn die Mutter mit der Geburt zu sehr beschäftigt ist legt man das Baby in da bereit gestellte Körbchen auf eine Wärmflasche oder unter die Rotlichtlampe. Schreit das Baby aber, und die Mutter wird nervös ,muss es unbedingt zu ihr gelegt werden.

Zu jedem Baby gehört eine Nachgeburt, die meist von der Mutter gefressen wird. Dies ist nicht nur ein Schutzverhalten, weil sie in freier Natur so jeden Blutgeruch, der Feinde anlocken könnte, fernhält – die Nachgeburt hat auch Stoffe, die der Mutter jetzt besonders gut tun. Zählen sie daher sorgfältig ob alle Nachgeburten erscheinen, es könnte eine gefährliche Entzündung entstehen, wenn eine im Körper der Mutter bleibt.

Komplikationen bei der Geburt

Es kann bei der Geburt einige Komplikationen geben, und ich möchte die wichtigsten aufführen, die eine sofortige Tierarzthilfe verlangen:

  • Nach zweistündigen Presswehen wurde noch kein Kitten geboren
  • Zwischen den einzelnen Geburten liegen mehr als zwei Stunden
  • Es treten starke Blutungen auf
  • Das austretende Fruchtwasser riecht übel
  • Das Muttertier ist ungewöhnlich unruhig oder wirkt apathisch
  • Die Katze versorgt, also säugt und putzt ihre Babys nicht
  • Die Babys wirken sehr schwach

Scheuen Sie sich auch nicht, Ihren Tierarzt während des Geburtsprozesses zu fragen, wann immer Sie meinen, es wäre nötig, aber versuchen Sie ruhig zu bleiben, Nervosität überträgt sich auf die Mutterkatze.

In den meisten Fällen verläuft eine Geburt problemlos und die Mutterkatze bewältigt sie selbst, aber ich hoffe, diese Hinweise geben Ihnen die Möglichkeit, sie zu unterstützen, wenn es nötig ist, und eine gesunde kleine Katzenfamilie zur Welt zu bringen.

Copyright Eva Schlosser – Veröffentlichung hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin