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Abenteuer Terrasse

Ausguck, Terrain für das Abhalten von Audienzen, Sportplatz und ein Plätzchen, um immer wieder Neues zu beobachten: Die Terrasse ist der angesagteste Platz unserer Wohnung.

Wir wohnen im Erdgeschoß. Das bringt es in unserem Falle glücklicherweise mit sich, daß wir eine Terrasse unser Eigen nennen. Aus bekannten Gründen sind unsere Besitzerinnen keine Freigänger. Terrassentechnisch stellen wir das sicher, indem ein Katzennetz dieselbe großflächig einschließt. Das Netz wurde durch unsere hauptamtliche Prüferin Sita den härtesten denkbaren Belastungsproben unterzogen und trägt mittlerweile das Wetterau-Katzen-Gütesiegel.

Maya und Billie kennen die freie Wildbahn nicht und empfinden die Terrasse als hochwillkommene Bereicherung. Und auch Sita hat mittlerweile fast begonnen, die Welt jenseits des Netzes als den eigentlichen Käfig zu sehen.

Die Russen haben Herrchens alten Schaukelstuhl, der sich in einer Ecke der Terrasse neben weiteren Sitzmöbeln und einem imposanten Kratzbaum befindet, zu ihrem Lieblingsplatz auserkoren. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick in den Garten und ist andererseits vor Überraschungen gefeit.

Es werden jedoch noch eine Menge weiterer Entfaltungsmöglichkeiten geboten. Das immerhin zwei Meter sechzig hohe Netz stellt eine ideale Klettermöglichkeit dar. Und auch das Erlernen weiterer beachtlicher Fähigkeiten fällt leicht, wenn man in dieser Höhe quäkend feststellen muß, daß es nicht weitergeht, es bis zum Boden jedoch zu tief für einen direkten Sprung ist: Unsere Katzen beherrschen das kontrollierte Abseilen perfekt!

Desweiteren bietet sich hier die Gelegenheit, Besuch zu empfangen. Dieses Wohnviertel unseres Dorfes beherbergt eine Vielzahl von Samtpfoten, und immer wieder kommt eine vorbei, um Hallo zu sagen. Besonders treu ist Nachbars Kater Rambo. Er trägt diesen Namen angesichts seines äußerst stabilen Körperbaus und der etwas kurz geratenen Beine nicht ganz zu unrecht. Mindestens einmal am Tag besucht er unsere Grazien und weist darauf hin, daß es ja die inneren Werte sind, die zählen. Bislang scheint er damit Erfolg zu haben: sie mögen ihn.

Unübertroffen sind die Tage des ersten Schneefalls im Spätherbst. Das kalte, weiße Zeug treibt unsere Damen schier zur Raserei. Man kann darin herumtollen und herrlich über die eigenen Pfotenabdrücke erschrecken. Man kann aufgetürmtem Schnee, der sich in den Quermaschen des Netzes angesammelt hat, einen Stups geben, dadurch eine Lawine auslösen und sich über diese erneut entsetzlich erschrecken. (Besonders, wenn sie auf den eigenen Kopf niedergeht.) Und man kann sachte herabfallende Schneeflocken nach Herzenslust jagen und dann zerkauen.

Und schließlich ist eine Terrasse, sofern beide darauf führende Türen geöffnet sind, unverzichtbar für das an anderer Stelle ausführlich beschriebene Speedy-Gonzalez-Spiel. Erst die Terrasse macht die Rund-Arena vollständig und gewährleistet das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit.

 
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