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Fernsehen bildet

Maya sitzt schon wieder vor der Glotze.

Wir betreiben hier ein Weiterbildungsprogramm für interessierte Vierbeiner. Sie hat sich freiwillig gemeldet.

Heute abend kommt im Fernsehen eine Dokumentation über die Historie des Zusammenlebens von Katzen und Menschen, angefangen im alten Ägypten. Natürlich sind jede Menge Katzen aller Farben und Größen, jung und alt, zu sehen.

Interessant auch, daß es dem Filmteam gelungen ist, das Jagdverhalten von Katzen und ihre Beutetiere auf Zelluloid zu bannen.

Jedenfalls haben wir unsere domestizierte Katzenpopulation zusammengerufen, um gemeinsam dem Ereignis zu frönen. Die Sofas sind freigegeben. Alle sind gekommen.

Nachdem Maya erkannt hat, was da auf der Mattscheibe flimmert, verzichtet sie jedoch wie gewohnt auf einen kuscheligen Platz und nimmt stattdessen auf dem Boden etwa einen Meter vor dem Fernseher ihre Position ein. Dabei reckt sie den Kopf hoch und verfolgt das Geschehen sehr interessiert.

Wann immer Katzen auf dem Bildschirm zu sehen sind, aber auch so lustige Gesellen wie Mäuse oder Vögel, gerät sie schier außer sich. Maya bebt vor Erregung, wagt aber nicht, ihren Platz zu verlassen. Man könnte ja etwas verpassen. Hin und wieder streckt sie sich hoch, tatscht mit ihren Vorderpfoten auf die Bildröhre.

(Das Lieblingsprogramm sind Tierfilme. Neulich war Maya sogar von einer Dokumentation über Dinosaurier ähnlich gefesselt.)

Billie hat weniger Interesse. Sie macht es sich lieber in Frauchens Kniekehle bequem und schließt die Augen. Sita schließlich lehnt diesen neumodischen Kram ab, rollt sich zusammen und ist nicht mehr auf dieser Welt.

Die einzige Ausnahme ist eine Filmszene, in der zwei Kater sich anschreien und ein Höllenspektakel veranstalten. Plötzlich rennen alle drei Katzen aus dem Zimmer. Besser in sicherer Entfernung abwarten, wer als Sieger aus der Auseinandersetzung hervorgeht.

Maya ist allerdings bald wieder da, auf ihrem Platz vor dem Fernseher, und sieht sich den Film gebannt bis zu Ende an.

Das alles mag ein wenig streberhaft klingen. Allerdings ist Maya anschließend klar im Vorteil, wenn wir die vermittelten Inhalte abfragen. Denn: Keine Weiterbildung ohne Lernkontrolle.

 
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