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Frühstücksfernsehen

Es ist sehr früh. Zu früh. Eigentlich noch mitten in der Nacht.

Ein Wecker fängt an zu piepen. Das verdammte Ding will gar nicht mehr aufhören. Die Unfähigkeit Ihres Erzählers, ihn nach angemessener Zeit abzuschalten und sich fröhlich aus den Federn zu erheben, trägt ihm ein Schütteln und einen unwilligen Kommentar von der besseren Hälfte ein.

Ugh. Es geht wohl nicht anders. Die Welt erwartet uns. Es ist dunkel. Toll.

Allmählich setzt so etwas wie Orientierungssinn ein. Die Küche wird fast fehlerfrei angesteuert und mit langsamen, vorsichtigen Handbewegungen Kaffee aufgesetzt. Die Katzen liegen komatös irgendwo in der Wohnung auf zweifellos sehr gemütlichen Plätzen, während der Ernährer sich nicht minder bewußtlos ins Badezimmer schleppt.

Brrr, ist das kalt um diese Jahreszeit. Ein Heizlüfter wird aktiviert. Mittels einer Ladung Wasser ins Gesicht versucht Ihr Erzähler, seine Sinne für die bevorstehende Prozedur zu schärfen.

Dusche betreten. Wasserhahn öffnen. Es prasselt auf den Kopf.

Bereits nach wenigen Minuten ist die Wahrnehmungsfähigkeit weit genug gediehen, daß wir feststellen können: Wir sind nicht alleine.

Wie üblich, hat Sita sich im Badezimmer eingefunden, angelockt vom Geräusch des Heizlüfters, das sie sehr zutreffend mit der Herstellung angenehmer Temperatur verbindet. In angemessener Entfernung vor dem Gerät kann man es so, auf einen Badteppich gekuschelt, außerordentlich gut aushalten.

Ebenfalls zur Stelle ist Maya, die auf dem Toilettendeckel ihren Platz eingenommen hat. Von dort aus hat man gute Sicht auf die Dusche und kann den morgendlichen Säuberungsaktivitäten des Dosenöffners von der ersten Reihe aus beiwohnen.

Den Platz vor dem Spiegel, den Ihr Erzähler zum Rasieren zwingend einzunehmen hat, muß er sich erkämpfen. Widerwillig rutscht Sita etwas zur Seite.

So verfolgen die beiden Damen gespannt, was das heutige Morgenprogramm zu bieten hat.

In der Zwischenzeit ist Billie auch kein Kind von Traurigkeit und nutzt die Abwesenheit der Konkurrentinnen, um zu Frauchen aufs Bett zu springen und diese darauf hinzuweisen, daß der Tag angebrochen ist. Statt weiter am Kissen zu horchen, könnte sie doch einmal bemerken, daß eine laut schnurrende Katze sie umkreist und auf ihr herumhüpft? Es ist Schmusezeit!

Nach solcherlei Zerstreuungen und dem Zuführen einer gewissen Menge Koffeins ist Ihr Erzähler nach einer Weile annähernd in der Lage, das Haus zu verlassen, um dem täglichen Katzenfutter-Erwerb nachzugehen. Erneut nimmt er sich vor, schnellstmöglich in den Interessenverband der Morgenmuffel einzutreten.

 
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