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Wir sind modern und emanzipiert. Hier gibt es keine "Hausfrau", die alleine für den ganzen Mist zuständig ist. Alles wird demokratisch geregelt.
Und auch die Katzen liegen nicht auf der faulen Haut.
Das Prinzip "Arbeitsteilung" regiert diesen Haushalt. Dabei ist der männliche Part natürlich vornehmlich fürs Grobe zuständig: Straße fegen, Müll hinausschleppen und dergleichen. Bis zur Anschaffung einer Spülmaschine hat Ihr Erzähler gemeinsam mit seiner besseren Hälfte auch diese lästige Arbeit erledigt. (Die Spülmaschine ist die beste Erfindung seit der Mondrakete. Ehrlich.)
Wir sind der Meinung, das soll so sein. Jedenfalls ist es dem Klima in einer Lebensgemeinschaft zuträglich, wenn jeder seinen Beitrag leistet. Und das gilt natürlich auch für die Katzen.
Nun sind unsere vierbeinigen Eigentümerinnen keine Freigänger. Somit ist es ihnen verwehrt, ihren Anteil an der Nahrungsversorgung zu übernehmen. Also sind sie gezwungen, sich Alternativen zu überlegen.
Nehmen wir einmal als Beispiel die regelmäßige Reinigung der Wohnung. Hierbei kommt mehrmals pro Woche schweres Gerät zum Einsatz. Es handelt sich dabei um einen großen, brummenden technischen Apparat, der unter anderem der Beseitigung von Katzenhaaren dient.
Während unsere Katzenpopulation früher einstimmig der Meinung war, das laute, böse Tier sei nicht ganz geheuer und vielmehr ein Grund, schnell das Weite zu suchen, hat zumindest bei Sita offenbar ein Sinneswandel stattgefunden. Die frühere Mischung aus Angst und Faszination hat der Neugier Platz gemacht.
Gutgelaunt läuft sie mitunter hinter dem Reinigungspersonal her und deutet sogar hier und da auf eine Stelle hin, die der Säuberung bedarf.
Es gibt aber noch andere Tätigkeiten, bei denen sich alle Tiere sofort und freiwillig beteiligen. So können wir uns grundsätzlich ihrer Unterstützung sicher sein, wenn das Bett zu machen ist. Das anspruchsvolle Aufschütteln von Decken etwa ist einem gewöhnlichen Dosenöffner ja kaum alleine zuzutrauen.
So wird munter auf dem Bett hin- und hergesprungen, um die Menschen anzuleiten, wie sie denn die Decke zu plazieren haben. Der korrekte Sitz derselben wird anschließend überprüft, indem daruntergekrochen wird.
Wird das Bett gar neu bezogen, gibt es noch viel mehr potentielle Fehler, auf die der unbedarfte Mensch aufmerksam gemacht werden muß. Eine Vielzahl von Anweisungen wird erteilt, nachdem der Stapel frischer Bettwäsche gründlich inspiziert wurde. Die Geographie des Bettes ist zum Beispiel jedes Mal neu zu vermessen. Dies erfolgt durch gezielte Sprünge.
Ebenso hat der bettbeziehende Mensch zu beachten, daß die zunächst achtlos zur Seite geworfene alte Bettwäsche ordnungsgemäß im Wäschekorb unterzubringen ist. Das nötige Augenmerk wird durch hoffnungslose Verstrickungen in Bett- und Kissenbezügen hierauf gelenkt.
Sie sehen: Bei uns gibt es keine Faulenzer. Hier packt jeder gutgelaunt mit an. Und die gemeinsame Arbeit macht zudem auch noch Spaß.
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