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Die Katzenseele
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Alberta



Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 675
Wohnort: Die Insel Bremen

Verfasst am: 16.04.2004 - 01:59    Titel: Die Katzenseele  

Tierpsychologie finde ich zwar etwas ungewöhnlich unter alternative Medizin, aber vielleicht gehört es ja dahin.

Jedenfalls empfinde ich das als ein ausgesprochen inhaltvolles Gebiet des potentionellen Zusammenlebens.
Zur Definition Empfindung:
Unter Empfindungen stellt man sich in der Regel elementare Bestandteile oder Inhalte der Sinneswahrnehmung, des Bewußtseins oder des Erlebens vor, die in einem Subjekt durch (meistens äußere) Reize veranlaßt werden. Zu den Bestimmungen von Empfindungen gehören vor allem die Qualität, die Intensität sowie die Dauer. Quelle: www.phillex.de

Alleine die Definition könnte eine grosse Hilfe sein im Umgang mit Katzen und es müssen ja keine verkrachten Existenzen sein.
Mich interessieren Eure Erfahrungen enorm und ich denke, wir könnten etwas zusammentragen!

Mein kleiner Matou hat sich erstaunlich entwickelt, er ist ein Schosskater geworden. Was habe ich getan? Nun, mein Training mit den Katzen ist ein Baukastenprinzip. Aufbauen auf das Vorhandene in kleinen Schritten und einfach Berührung üben.
Bei Matou ist es so, dass wenn ich mich auf den Fussboden knie, er mir auf den Schoss klettert. Erst hatte ich mich gewundert. Allerdings war es doch eine Anfangsphase unseres Trainings, ich habe ihn so peu à peu auf meinen Schoss gezogen, noch bevor ich mit ihm das Hochheben übte. Noch nie hatte ich eine Katze, die so derart meine Nähe sucht. Ich habe allerdings auch noch nie mit einer Katze (ausser selbstverständlich mit Mariechen, von der ich soviel von der Katzenseele lernen durfte) so intensiv trainiert, wie mit Matou. Was hatte ich mich über das erste freudige Meerschweinchenquieken von ihm gefreut, das mir galt! So begrüsste er anfänglich nur Caballito.

Man kann auf so vieles reagieren. Hat die Katze Angst vor Händen, sind Pulloverärmel oder sogar spezielle Handschuhe hilfreich. Laute einer Katze, besonders, wenn sie unsicher ist, sind hilfreich. Gerüche.

Ich freue mich auf Eure Beiträge! Hat jemand Erfahrung mit Clickern? Michaela, Du wolltest das beginnen? In der Yahoo-Group habe ich mich zwar angemeldet, allerdings war Caballito in seiner depressiven Phase nicht aufnahmebereit. Vielleicht ist er nun, dank des Sonnenscheines, bereit dazu.

Liebe Grüsse,
Alberta
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 16.04.2004 - 09:58    Titel:  

Huhu Alberta,
ich finde Tierpsychologie passt sehr gut zu alternativer Medizin. Denk doch mal an Psychosomatik....

Ich will mal versuchen zu beschreiben, was mir zu dem Thema bei Lilly und Berio aufgefallen ist.

Meine Duo ist vom Temperament her sehr sehr unterschiedlich. Lilly ist sehr zurückhaltend und nicht ausgesprochen selbstbewußt, dafür eher unabhängig.
Berio ist ein Party-Maker- bei dem leisesten Rascheln ist er da und bereit für ein Spielchen. Er braucht immens viel Aufmerksamkeit und Gesellschaft.
Mit beiden zu spielen grenzt an Unmöglichkeit, weil Berio Lilly stets verdrängt.
Lilly nutzt zum Beispiel oft die Momente, in denen Berio schläft, um mich zum Schmusen oder zum Spiel aufzufordern- dabei schaut sie immer wieder unsicher in seine Richtung, als wolle sie sicher gehen, dass er jetzt nicht wieder dazwischen funkt.

Mit Berio kommuniziere ich mit Worten- er reagiert auf jede Stimmnuance von mir. Mit Lilly kommuniziere ich fast nur über Blicke.
Ich kann ihr inzwischen z.B. mit Blicken und einer leichten Kopfbewegung sagen "Komm her" , dann kommt sie angehoppelt. Wir zwinkern uns manchmal stundenlang zu, plötzlich springt sie dann auf und kuschelt sich an mich.

Seit einiger Zeit habe ich bemerkt, dass sie nachts nur dann bei uns schläft, wenn ich am Tag zuvor vieeeeel mit ihr kommuniziert, geschmust und gespielt habe. Wenn ich an manchen Tagen nicht so viel Zeit dazu finde, kommt sie abends nicht.

Gerade bei Lilly wollte ich ja mit TT anfangen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie diese Art der Berührung an sich nicht schätzt, oder ob ich etwas falsch mache- jedenfalls kam es bislang nicht so an.

Für Berio hatte ich das Klickertraining vorgesehen, weil er gerfordert werden muss, damit er Lilly nicht aus Langeweile drangsaliert.

Inzwischen habe ich eine ganze Dose voll von Leckerchen (Elke hat mit einem Päckchen dazu beigetragen :D ) und davon bekommt er jetzt immer nur in Verbindung mit einem Klick. Diese Konditionierung ist natürlich einfach, denn er kennt ja keine Leckerchen. Mal schauen, wann wir zu ersten kleinen Übungen übergehen können.

Dein Training interessiert mich sehr. Bislang sind alle zaghaften Versuche, die beiden auf den Schoß zu heben, gescheitert. Einmal allerdings habe ich Lilly mit einem Kissen, auf dem sie lag, auf meinen Schoß gehoben, da blieb sie liegen.

Womit verstärkst Du Deine Übungseinheiten? Streicheleinheiten und säuselnde Liebesschwüre scheinen hier nicht auszureichen :( ...
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 16.04.2004 - 10:19    Titel:  

Hallo Michaela,

hier nur kurz etwas o.T.

Die Rasse BKH gilt allgemein nicht als Schoßkatze, sie schmusen zwar gerne, aber nicht direkt bei ihrem Menschen auf dem Schoß. Genauso verhält es sich bei den MC.

Liebe Grüße,
Iris
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 16.04.2004 - 10:52    Titel:  

Huhu Iris,
ja, das hatte ich auch schon gelesen. Seltsam, wie kann denn sowas- ich hatte das bislang eher unter Sozialverhalten eingestuft- durch Zucht beeinflusst werden? Bei Fellfarben und Beschaffenheit kann ich das noch nachvollziehen, aber bei Verhaltensweisen? Ich habe überhaupt keine Ahnung von Zucht -dominant und rezessiv und all das ist für mich ein Buch mit 7 Siegeln....

Leo war ja ein Zufallsprodukt einer Liebelei einer Perserdame und eines Hauskaters- sozusagen ein ungepant unfreiwilliger BKH-Urtyp.
Einen größeren Schmuser und Schoßlieger kann ich mir kaum vorstellen.

Wie nimmt denn die gezielte Zucht auf so etwas Einfluss?
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 16.04.2004 - 11:09    Titel:  

Liebe Alberta,

noch einmal o.T., dann bin ich wieder weg bzw. schreibe etwas zum Thema :oops:

Es ist so, daß jede Rasse ihren eigenen Charakter hat, der mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Es gibt ein schönes Beispiel zur Charakterveränderung bei der Russisch-Blau.

Diese Rasse (sehr friedlich und sanftmütig, elegant, menschenbezogen, meistens nur auf einen (hihi), Schoßkatze, souverän und zurückhaltend) war ja nach dem 2. Weltkrieg fast ausgestorben. Also wurden Orientalen und blaue Briten eingekreuzt, um die Rasse zu erhalten.

Es gibt viele Berichte zu lesen, daß die Russisch-Blau sich ungefähr ab 1965 zu einer der auf Ausstellungen am meisten gefürchtetsten Rassen bei den Richtern entwickelt hat. Also so, wie heute ein Bengale nur mit Samthandschuhen auf der Bühne begutachtet und angefaßt wird - die Russen wurden durch die Einkreuzung der beiden anderen Rassen zu Raubkatzen. Erst als der Genpol groß genug war und das Einkreuzen aufhörte, veranderte sich auch wieder der Charakter zum Ursprünglichen.

Das nur mal als Beispiel, und mir fällt gerade auf, daß Klaus mal eine Rubrik zum Thema "Katzenrassen" eröffnen sollte...

Liebe Grüße,
Iris
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Alberta
Gast


Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 675
Wohnort: Die Insel Bremen

Verfasst am: 20.04.2004 - 02:26    Titel:  

Else schrieb:
Lilly nutzt zum Beispiel oft die Momente, in denen Berio schläft, um mich zum Schmusen oder zum Spiel aufzufordern- dabei schaut sie immer wieder unsicher in seine Richtung, als wolle sie sicher gehen, dass er jetzt nicht wieder dazwischen funkt.
Das ist auch ein Punkt bei uns, Matou reisst jedes Spiel an sich und ich versuche immer noch, dass ich dirigiere, aber das ist Blödsinn in Anbetracht der Energie des Kleinen.

Else schrieb:
Mit Berio kommuniziere ich mit Worten- er reagiert auf jede Stimmnuance von mir. Mit Lilly kommuniziere ich fast nur über Blicke.
Ich kann ihr inzwischen z.B. mit Blicken und einer leichten Kopfbewegung sagen "Komm her" , dann kommt sie angehoppelt. Wir zwinkern uns manchmal stundenlang zu, plötzlich springt sie dann auf und kuschelt sich an mich.
Das scheint ein Charakterzug der vermeintlich Verhaltenen zu sein, sie haben einfach einen anderen Weg gewählt, wo sie ihre agileren Lebensgefährten gewissermassen übertrumpfen können. Wenn Caballito nicht so stolz wäre, oder ist er verletzt(?), dann könnte es noch geschmeidiger für ihn sein. Er reagiert auch auf starke Gedanken, andere sagen, sie schicken Bilder. Ich liege manchmal auf dem Sofa und stelle mir ganz intensiv vor, wie ich seinen Bauch kraule (ER LIEBT DAS!) und kurz darauf kommt er zu mir und bietet mir diese Wonnelandschaft dar.

Else schrieb:
Seit einiger Zeit habe ich bemerkt, dass sie nachts nur dann bei uns schläft, wenn ich am Tag zuvor vieeeeel mit ihr kommuniziert, geschmust und gespielt habe. Wenn ich an manchen Tagen nicht so viel Zeit dazu finde, kommt sie abends nicht.
Da verstehe ich die Süsse gut, ich würde wahrscheinlich nicht anders handeln.

Else schrieb:
Gerade bei Lilly wollte ich ja mit TT anfangen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie diese Art der Berührung an sich nicht schätzt, oder ob ich etwas falsch mache- jedenfalls kam es bislang nicht so an.
Bei TT ist ganz wichtig, dass Du nicht krampfhaft versuchst diese 1 1/4 Kreisbewegung zu machen, sondern dass Du berührst und mit den Fingern siehst. Oftmals streichelt oder massiert man eine Katze viel zu schnell, langsame Bewegungen kann man viel besser kontrollieren bzw. erkennen, ob sie angenehm sind. Nicht jede Katze mag alle Touches und die Druckstärke ist ganz entscheidend. Matou mag gerne kräftige Touches, Caballito lieber wie mit der Feder berührt.

Else schrieb:
Für Berio hatte ich das Klickertraining vorgesehen, weil er gerfordert werden muss, damit er Lilly nicht aus Langeweile drangsaliert.
Ich bin gespannt, wie es bei Euch läuft. Bei mir habe ich überlegt, dass jede Katze ihr eigenes Clickern bekommt, somit können sie es besser auseinander halten. Matou reagiert wie ein Blitz auf das Klicken des Laserpointers, gut! Für Caballito habe ich einen dezenten Elektrobauteileschalter. Mal schauen, wie es funktioniert, wir werden uns da sicher einiges zu berichten wissen. :P

Liebe Grüsse,
Alberta

P.S.
Else schrieb:
Dein Training interessiert mich sehr. Bislang sind alle zaghaften Versuche, die beiden auf den Schoß zu heben, gescheitert. Einmal allerdings habe ich Lilly mit einem Kissen, auf dem sie lag, auf meinen Schoß gehoben, da blieb sie liegen.

Womit verstärkst Du Deine Übungseinheiten? Streicheleinheiten und säuselnde Liebesschwüre scheinen hier nicht auszureichen :( ...
Mein Training basiert allerdings doch auf Leckerli-freie Erhebungen. Ich habe halt geschaut, was jede Katze besonders toll fand und dafür mussten sie etwas tun. Einfacher ist es, wenn man das über Lob und Streicheleinheiten oder auch Liebesgesäusel hinbekommt, denn das habe ich immer stets dabei.
Matou liebt es z.B., wenn ich ihm über den Endrücken :P streichel, er wirft dann seinen Pöter wie eine rollige Katze in die Höhe. Das ist das Lob schlechthin.
Caballito liebt es, wenn ich mich auf den Boden knie und ihm augenendzündungsanheimelnd zuzwinker und Liebesschwüre entgegenflüster. Somit erbitte ich etwas von ihm und wenn er es annähernd macht, dann kommt vorgenanntes Zeremoniell und ich werde noch durch ein andalusisches Pferdchenköpfeln belohnt! Dieser Bursche ist so sensibel und es ist eine Freude, wenn wir überein kommen. Vielleicht ist es aber auch meine Begeisterung, er scheint sich so zu freuen, wenn ich happy bin. Das zeige ich ihm jedesmal, wenn er etwas macht, was ich anstrebte, dann erntet er schon eine Menge an Liebesschwüren. Ich habe aber auch für jede Katze bestimmte Worte, so ist Caballito mein Freund, mein kleiner Kater, er ist olà, chico und er ist derZauberkater. Matou mag gerne Herzelchen (darauf steht er wirklich!) und gerne hört er Matou, eine Lieblingsansprache scheint Hallo zu sein.

Manchmal ist es aber auch bei Katzen, dass sie von der Alphakatze beliebt werden wollen, so wie Lilly mit dem Kissen. Probiere doch mal vorsichtig aus, Deinen Katzen Zärtlichkeit "aufzudrängen", die Betonung auf vorsichtig. Es ist ein Kennenlernen und Ihr müsst etwas ausprobieren, sobald Du einen Ansatz von Widerstreben merkst, hör auf, aber versuche es wieder. Wenn stets eine Ablehnung kommt, das können kleine, feine Gesten sein, dann lass es.
Matou wollte ursprünglich nie auf meinen Schoss, er schien mich zu hassen. Mittlererweile klettert er gerne darauf und beschmust mich laufend.
Vielleicht kann Clickertraining Euer Zusammenleben noch optimieren, das wäre sicher für die Katzen spannend.
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matka
Gast


Anmeldungsdatum: 19.04.2004
Beiträge: 155
Wohnort: Hessen

Verfasst am: 20.04.2004 - 15:26    Titel:  

Hallo Alberta

Es ist so schön zu lesen,wie gut sich Matou und Caballito entwickeln :D

Viele Fortschritte die man erreicht,sind manchmal wie ein kleines Wunder.
Es ist die einzigartigkeit jeder Katzenseele,die erobert werden will,ganz Indivituell.
Mit Trixi kann ich Stundenlang auf dem Sofa liegen,und ihr zublinzeln,oder ihr etwas erzählen,und sie geniesst das sichtlich.Viele Berührungen mag sie nicht,sie zeigt mir wenn sie geknuddelt werden will,und wie lange.Es hat schon eine zeitlang gedauert bis ich es verstanden habe.Wenn wir zwei alleine sind,ist sie eine begeisternde Puscheljägerin,sie möchte aber alleine spielen,sobald Mati oder Bambi dazukommen mag sie nicht mehr.Also haben wir jetzt Abends eine einzelspielrunde im Schlafzimmer.
Mati ist genau das gegenteil sie will Knuddeln ohne ende :D aber nur zu ihren Bedingungen,ich muss zu ihr kommen,sie würde sich niemals zu mir auf das Sofa legen.Auf dem Boden mit ihrer Decke,oder auf dem Kratzbaum da ist ihre Welt.Auch hochheben kommt bei ihr nicht in frage,das haben wir akzeptiert,nur ihr besitzergreifendes Wesen müssen wir ab und an ein wenig zügeln :wink: weil alles gehört Mati alle Mäuse der Kratzbaum u.s.w

Und mein kleiner Sonnenschein Bambi :D .......bei ihr bin ich jeden Tag Dankbar das sie bei uns ist.......
Sie ist sehr auf mich fixiert,sie folgt mir wenn ich zu Hause bin auf schritt und Tritt,sie schläft jede nacht an meiner Seite,kuschelt sich an mich so oft sie kann,begrüsst mich schon vor der Haustür mit einem freundlichen Miau.
Sie hat sich prächtig entwickelt,und ich bin sehr Dankbar dafür das dieses kleine Wesen in unser Leben getretten ist.

Ich Denke einfach das der Schlüssel zur Katzenseele,Liebe Zeit,undVerständniss ist.
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