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BB bei Aggressionen/Streit - kein CHERRY PLUM
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UrmelMurmel



Anmeldungsdatum: 18.03.2004
Beiträge: 1587

Verfasst am: 12.05.2004 - 18:51    Titel: BB bei Aggressionen/Streit - kein CHERRY PLUM  

Hallo,

habe gerade eine Anfrage bezüglich meiner Erfahrungen mit Cherry Plum beantwortet,
und da vielleicht mehrere Menschen BB bei Streitereien unter ihren Katzen ausprobieren möchten, dachte ich, dass ich meine Antwort auch hier öffentlich reinstelle, für jeden, den es interessiert.
Außerdem hab ich mehrmals schlechte Erfahrung mit Cherry Plum gemacht, und möchte deshalb vor dem voreiligen Gebrauch dieser Blüte warnen. bzw. bitten, den Gebrauch von Cherry Plum genau zu überdenken und die Blüte vor Einsatz ggf. von einer THP/TA austesten lassen (mit speziellem Verfahren, der Name fällt mir nicht ein), ob die Blüte tatsächlich angezeigt ist.

Hier die Kopie meiner Antwort:

...
Auf keinen Fall Cherry Plum!
Cherry Plum ist eine recht starke Blüte und gar nicht so sehr für Aggressionen, sondern eher aus der Sparte "Angst".
Die Verwechslung vieler Nutzer von Cherry Plum beruht auf den typischen unzureichenden Beschreibungen von BB (eigentlich immer nur Kopien, Zitate von Gisela Kraa's Umschreibung, die auch irreführend sein kann).
Cherry Plum ist für extreme Anspannungen und unterdrückten Gefühle. Bei sensiblen Wesen, also Katzen und Pferde, kann die Blüte bewirken, dass es zu einem Gefühlsausbruch kommt, da sie Anspannungen, Unterdrückungen öffnet. Wird z.B. bei Migräne empfohlen, wenn keine andere Ursache für die Migräne da ist und man von unterdrücktem Ärger ausgeht.
Eigentlich macht Cherry Plum nur in der Mischung Rescue Sinn, wenn man in einem Notfall voller Panik ist und Angst hat durchzudrehen.
Cherry Plum hat mit Ausrasterei und Raserei zu tun, aber nicht in dem Sinne, das ein Tier ein anderes angreift, ärgert oder aggressiv ist, nicht in dem Sinn von Wut, Ärger, Wildheit, Jagdtrieb, Streitsucht, Nörgelei, Kontakt- und Akzeptanzproblemen. Das sind alles keine Ausrastereien die bei Cherry Plum gemeint sind, sondern Konflikte.
Bei Cherry Plum geht es um Ausrastereien folgenden Typusses: Man hat ganz viel aufgestaut, aus Angst, Unterdrückung, Schüchternheit etc. und nach längerem Reinfressen von Wut oder Ärger ist das Fass nun voll und ein Ausbruch bahnt sich an, wo man Angst hat die Kontrolle zu verlieren, hysterisch zu werden und sich oder anderen was anzutun.
Damit ist kein cholerischer Charakter gemeint, auch keine Aggression, sondern ein eher untypisches Ausrasten (Angst davor).
Bei Tieren können eigentlich nur solche Situationen in Frage kommen, wenn ein Tier immens unterdrückt oder gequält wurde oder jahrelang in extrem schlechten Verhältnissen lebte, und das Tier nun Gefahr läuft blindlings anzugreifen --> aus Panik, Angst, Anspannung heraus.
Sieht man sich solch einem Tier in solch einer Gefahr ausgesetzt, könnte Cherry Plum eventuell helfen. Das habe ich aber noch nie ausprobiert, da ich in solchen Situationen ein Tier gar nicht behandeln würde.

Da ich mehrmals schlechte Erfahrung mit Cherry Plum gemacht habe ( habe es auch bei Aggressionen eingesetzt, das Tier wurde aber nicht sanfter, im Gegenteil!!) habe ich alles was ich über die Blüte finden konnte, gelesen und mein oben beschriebenes Bild von der Blüte bekommen.

Ich sehe keine Situationen, wo ich Cherry Plum einsetzen würde (außer als Bestandteil in Rescue), wäre ich mit einem Tier konfrontiert, wo ich auf Cherry Plum tippen würde, würde ich eher an den Tierschutz denken (schlechte Haltungsbedingungen etc.).

Meine Erfahrungen mit Cherry Plum waren z.B.:
bei einer Angstkatze: nach Einnahme von Cherry Plum knurrte sie plötzlich jeden und alles an und wirkte angriffsbereit,
bei einer aggressiven Katze: "traute" sich nun erst recht, die andere Katze zu vermöbeln,
bei meinem Kaani vor einem TA-Besuch (weil er dort immer furchtbare Angst hat): Die TA-Untersuchung war nicht mehr möglich, weil Kaani fauchte, spuckte, biß, knurrte und die TA meinte, er muss sich erst beruhigen.

Zur Situation, wenn ein Kater eine Mitkatze jagt/angreift/o.ä.:

Wenn ein Kater eine andere Mitkatze jagt oder angreift, muss erst geklärt werden, um was es sich handelt. Das der Kater dabei gar nicht ansprechbar ist, das ist bei Kaani auch so, wenn er Wölki "besteigt" und bejagt, er ist dann halt hitzköpfig und schaltet auf stur, weil er nicht hören will.
Es muss geklärt werden, ob es Jagdtrieb ist (Katzen jagen gerne andere Katzen, wenn sie nicht ausgelastet sind, so wie bei meinem Kaani, vor allem bei Wohnungskatzen), ob es einfach die Hormone sind, auch kastrierte Kater können sich wie Raufbolde aufführen, ob es einfach Wut, Ärger ist, weil die andere Katze seine Grenzen übertritt (das kriegen wir Menschen nicht immer mit) oder ob der Kater tatsächlich ein Problem mit der Anwesenheit der Katze hat und sie vertreiben will.
In allen Fällen wäre es ein ganz unterschiedlicher Behandlungsansatz.
In Frage kommende Blüten:
Impatiens (Überdrehtheit, zu heftige Reaktionen), Holly (Wut, Ärger), Beech (Akzeptanzprobleme, Streit), Willow (Ärger, Grollen, Eingeschnappt, anderer Katze eins überziehen, weil er einfach schlecht gelaunt ist), Vervain (übertriebener Jagdeifer, zu heftige Reaktionen), Vine (Dominanz, Herrschsucht, Vertreiberei oder Jagen).
In die Mischung könnte auf alle Fälle Impatiens mit rein, wenn der Kater so überdreht dabei ist.
Während des Jagens den Kater ablenken mit einem spannenden Spiel oder Spielobjekt, so scharf wie möglich, also Echtfellmaus o.ä., was ihn richtig anmacht. Den Kater ganz oft müde spielen, wo er sich völlig auspowert, auch ganz viele Anregungs- und Spannungsspiele, der Kater muss all seine Instinkte gut ausleben können, damit er "runter kommen" kann.
Für die Katze viele Schlupfmöglichkeiten anbieten, wo sie sich vor dem Kater in Sicherheit bringen kann (beobachten, wo die Miez hinflüchtet, um sich vor dem Kater zu retten und dort einen Karton mit kleinem Schlupfloch, so dass nur eine Katze reinpasst, und wenn Kater davor steht und die Miez erhaschen will mit Blumenspritze abduschen. Ziel: die Miez muss Sicherheitsorte haben, wo der Kater sie in Frieden lässt bzw. nicht rankommt.
Dem Kater peinliche Situationen schaffen, so das seine "Machtstellung", sein Ansehen im Revier etwas leidet und er etwas von seinen "Bigboss-Allüren" runter kommt. Z.B. ihn am jagen hindern, indem er kurzzeitig in einer großen Box gesetzt wird oder einem umgedrehten Korb (Wäschekorb, Drahtgestell, sowas in der Art) gesetzt wird, so dass die Katze an ihm vorrübermaschieren kann ohne dass der Kater ihr seine Machtsstellung klar machen kann und gebremst ist (Blamage für ihn die gut tut , und die Miez macht neue Erfahrung).
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