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Catgirly
Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573
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| Verfasst am: 22.08.2004 - 12:33 Titel: Giardien |
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Hallo Ihr,
so nun hab ich gebastelt und bin froh soweit fertig zu sein *uff*.
Was sind Giardien?
Die Giardien gehören unter den Einzellern zu der Gattung der Flagellaten (Geißeltierchen) und bilden dort eine eigene Gattung. Flagellaten zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen oder mehrere Kerne sowie Geißeln als Bewegungsorganellen besitzen. Man unterscheidet vegetative Stadien (Trophozoiten) von Dauerformen (Zysten). Giardien sind mikroskopisch kleine Durchfallerreger von birnenförmiger Gestalt.
Giardien besitzen 2 Kerne, 8 Geißeln sowie eine sog. Haftscheibe. Auf der Bauchseite der Trophozoiten befindet sich eine Haftscheibe mit dem sie sich an der Dünndarm- und/oder Dickdarmschleimhaut festhalten können. Sie dringen also nicht in das Gewebe ein, sondern vermehren sich millionenfach auf der Oberfläche der Darmschleimhaut und können diese dadurch auch zerstören. Um andere Lebewesen befallen zu können, umgeben sich jeweils zwei Trophozoiten mit einer schützenden Hülle, zweiteilen sich in vier Kerne und lassen sich als Zyste mit dem Kot nach außen transportieren.
Entwicklung
Man unterscheidet generell zwei Lebensformen. Die erste Lebensform sind die sogenannten Trophozoiten. Sie sind die im Darm von z.B. Katzen lebenden Formen. Aus ihnen entsteht bzw. sie bilden dann die zweite Lebensform - ansteckende Zysten - die mit dem Kot ausgeschieden werden. Werden die Zysten von einer Katze oder einem Mensch oral aufgenommen entstehen im Körper wieder Trophozoiten, welche dann wieder die zweite Lebensform bilden. Ein ständiger Kreislauf ....
Trophozoiten im Darm müssen nicht unbedingt eine Krankheit auslösen. In diesem Fall spricht man von einem "symptomlosen Träger" der Giardien, welcher Zysten ausscheidet, jedoch selbst keine Erkrankungserscheinungen zeigt.
Der Nachweis von Zysten im Kot gelingt erstmals frühestens 5 Tage (-16 Tage) nach der Infektion.
Überlebensfähigkeit der Zysten
Diese Zysten sind in der Aussenwelt über einen Zeitraum von ca. 3-4 Wochen infektiös und werden auf fäkal-oralem Weg auf neue Wirte übertragen. In kaltem Wasser überleben die infektiösen Zysten ca. 2 Monate. Sie sind (leider) auch gegenüber jeglichen Desinfektionsmitteln widerstandsfähig. Giardia-Zysten können in der Aussenwelt nur effektiv mit einem Heißdampfstrahler bekämpft werden, da sie erst ab ca. 70 Grad abgetötet werden können.
Symptome
Meist werden Jungtiere befallen aber auch alte Katzen mit anderen schweren Grundkrankheiten. Aufgrund des entweder noch nicht richtig ausgebildeten Immunsystems oder eines geschwächten Immunsystems sind diese Katzen nicht "stark" genug, die Giardien zu eliminieren. Im Normalfall wird eine Infektion durch das Immunsystem nach wenigen Wochen spontan eliminiert. Lokal produzierte oder durch Muttermilch aufgenommene IgA Antikörper wirken schützend, indem sie die Fähigkeit der Giardien, sich an die Darmschleimhaut zu heften, blockieren. Weiterhin wirken die IgA Antikörper als Zellgift auf die Trophozoiten. Chronische Infektionen findet man oft in Verbindung mit einer Hypogammaglobulinämie (Gammaglobulinmangel im Blut - feststellbar durch Serumelektrophorese).
Falsche Ernährung der Katzen, wie z.B. kohlenhydratreiches Futter (und hierzu zählen alle Trockenfuttersorten) mit Veränderungen der Darmflora begünstigen die Krankheit, die durch akuten oder chronischen mit wechselweise auftretendem dünnflüssigem bis breiigem - mitunter auch mit Blut-geflecktem - Durchfall einhergeht. Aber auch Erbrechen bis hin zu Fieber kann die Folge einer Erkrankung sein.
Mehr zur Diagnose, Therapie, Hygiene und Impfung findet ihr hier:
http://www.catgirly.de/Krankheiten/giardien.htm
Liebe Grüße |
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Admin
Anmeldungsdatum: 13.11.2002
Beiträge: 3066
Wohnort: Die Wetterau, Hessen
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| Verfasst am: 12.02.2005 - 12:26 Titel: |
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Wir haben eine brandneue Erkenntis unserer Tierärzte zur Giardien-Behandlung zu vermelden. Neben den bislang etablierten Medikamenten (Panacur und Metronidazol) wird jetzt seit Neuestem bei Katzen und Hunden ein drittes Medikament eingesetzt, das man bislang nur bei Vögeln anwendete. Es heißt Spartrix und dient zum Abtöten der Erreger der Gelbknopf-Krankheit (vor allem bei Tauben).
Die Dosierung erfolgt mit zwei Tabletten pro Kilogramm Körpergewicht, bei schwereren Tieren kann die entsprechende Menge an Tabletten in Wasser aufgelöst und mit einer Spritze oral verabreicht werden.
Unsere Tierärztin berichtete von einer Katze, bei der diese Behandlung innerhalb von zwei Tagen zum Erfolg geführt habe.
Viele Grüße, |
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neckarhex
Gast
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| Verfasst am: 12.02.2005 - 16:13 Titel: |
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Hallo Klaus,
gibt es schon Infos und Erfahrungswerte zum Thema Darm und Darmflora bei diesem Medikament?
Gruß Harriet |
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Admin
Gast
Anmeldungsdatum: 13.11.2002
Beiträge: 3066
Wohnort: Die Wetterau, Hessen
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| Verfasst am: 12.02.2005 - 17:21 Titel: |
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Hallo Judith,
ich habe heute das erste Mal von diesem Medikament erfahren, über Nebenwirkungen hat die TÄ noch nichts gewußt - es ist aber auch gerade erst bekannt geworden, daß es auch bei Hunden und Katzen gut wirken soll.
Bei Panacur und Metronidazol steht im Beipackzettel, daß als Nebenwirkung Durchfall möglich ist. Klar scheint mir, daß bei längerer Gabe eines "Parasitenkillers" die Darmflora in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn Spartrix wirklich nur zwei Tage lang gegeben werden muß, kann das diesbezüglich ein Vorteil sein. Laut der Medi-Datenbank der Uni Zürich ist es bei Tauben ohne Nebenwirkungen.
Liebe Grüße, |
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neckarhex
Gast
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| Verfasst am: 12.02.2005 - 18:12 Titel: |
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Huhu Klaus,
klar, daß das bei einem neuen Medi erstmal eher unbekannt ist, kann ich mir denken, aber es hätte ja sein können daß schon etwas bekannt ist.
Die Erfahrungen von Tauben lassen sich sicher nicht einfach so übernehmen, immerhin fressen die doch etwas anderes als Katzen *grins* - und haben sicher nicht nur einen ganz anders arbeitenden Verdauungstrakt sondern auch eine andere Besiedelung der Darmflora.
Die Zeitfrage ist aber sicher ein wichtiger Aspekt. Wollen wir trotzdem mal hoffen daß es so schnell keiner ausprobieren muß bei uns :wink:
Dabei kommt mir eine generelle Idee für unsere Infodatenbank: inwieweit macht es Sinn und ist es auch juristisch möglich, manche interessante Info dort aufzunehmen? Für manchen Wissensuchenden könnte das u.U. sehr hilfreich sein. Der ganze Beipackzettel wird vermutlich nicht möglich sein. Aber wie war das mit dem paraphrasieren :wink:
Gruß Harriet |
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Catgirly
Gast
Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573
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| Verfasst am: 30.07.2005 - 08:33 Titel: |
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Nur zur Ergänzung:
| Code: | Fenbendazol: Panacur: Giardia (Mittel der 1. Wahl), Nebenwirkungen: keine bekannt
Metronidazol: Flagyl, Elyzol, Clont: Giardien (Mittel der 2. Wahl), Nebenwirkungen: Anorexia, Erbrechen, Ataxie, Nachhandschwäche, Fieber, Festliegen, Tod |
Quelle: Praktikum der Hundeklinik "Dosierungsempfehlung für Medikamente" |
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