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Tollwutimpfung bei uns
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neckarhex
Gast





Verfasst am: 25.01.2005 - 00:50    Titel: Tollwutimpfung bei uns  

Huhu zusammen,

ich hab heute den Vollmond genutzt um mal den Ortskern zu erkunden und bin am Bürgerbüro auf einen wenig erfreulichen Anschlag gestoßen:

Hier in der Gegend (Baden-Württemberg, Rhein-Neckar-Kreis, genauer: Sinsheim) gab es mindestens einen Tollwutfall im Dezember, weshalb hier verschärfte Kontrolle herrschen soll (was auch immer das im Vergleich zur normalen Kontrolle bedeutet; wir sind hier irgendwie immer tollwutgefährdeter Bezirk). Konkret wurde erwähnt daß keine Hunde oder Katzen frei laufen dürfen, mit Ausnahme von ausreichend geimpften Hunden an der Leine und ausreichend geimpften Katzen. Es stünde dabei einem Forstbeamten frei nach eigenem Ermessen zu beurteilen ob ein Tier eine Gefährdung darstelle oder nicht.
Na prima :evil: :evil: :evil:

Ich werde mal in Erkundigung bringen was genau das bedeutet, und inwieweit Freigehege als "freilaufend" gilt oder nicht, und vor allem auch wie sie im Zweifelsfall herausfinden wollen ob ein Tier geimpft ist oder nicht. Für mich liest sich das erstmal so, daß der Jäger ein Tier, das er als gefährlich einstuft, sofot abschießen darf.
Ich denke jetzt mal an den Schiegervater meiner Schwester, wohnt im Nachbarort und ist Jäger, immerhin nicht hier sondern viel weiter weg. Er hat von Katzenverahlten und -körpersprache keinerlei Ahnung, wie z.b. meine Schwester oder mein Schwager auch. Wenn ich dann denke, wie verunsichert die sind beim "gich!" von Skrållan, das sie als Fauchen interpretieren, oder das Schnurren als Knurren (beide nur Hunde gewohnt), und mir so die generelle Haltung von Jägern zu Katzen vor Augen führe, dann muß ich doch befürchten daß mein Pelle oder meine Skrållan, wenn sie aus dem Gehege ausbüxen sollten, ein Problem haben. Sie sind zutraulich, gehen auf Menschen zu - was als Verhalten von erkrankten Tieren misinterpretiert werden kann - und wenn dann auch noch ihre Körpersprache und Lautäußerung mißverstanden wird, haben sie ein Problem.

Je nachdem was ich noch in Erfahrung bringe werde ich dann wohl auch Smilla nochmal tollwutimpfen lassen (eigentlich sind nur Pelle und Skrållan mit dem Boostern dran, Smilla könnte locker noch dieses Jahr aussetzen) und ziehe in Erwägung sie nur mit Halsband nach draußen zu lassen....

Irgendwie frustrierend.

Gruß Harriet
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tortiecat
Gast


Anmeldungsdatum: 02.09.2004
Beiträge: 853
Wohnort: bei köln

Verfasst am: 25.01.2005 - 19:05    Titel:  

guten abend, judith! weiß jetzt gar nicht, ob ich dich nicht missverstehe... aber sollten die mäuse ausbüxen, sind sie doch ohnehin gefährdet durch jäger und co.? doch freilaufen lassen wollt ihr sie ja nicht mehr, oder? denn sobald man das tut, ist die tollwut-impfe doch ohnehin fällig, realer impfschutz hin oder her... und die gefahr, vor die flinte zu kommen, besteht immer in entsprechenden gebieten *grusel*. man sollte nur hoffen, daß jäger bei ihrem jagdschein auch unterricht im differenzieren von haus-und wildkatzen bekommen...
lieben gruß,
katja
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Freddy2002
Gast


Anmeldungsdatum: 16.04.2004
Beiträge: 126
Wohnort: Mönchengladbach

Verfasst am: 25.01.2005 - 20:01    Titel:  

Hi,

Na denn, Prost Mahlzeit!


@Katja
Ich hoffe vielmehr, daß Jäger das nicht unterscheiden können!
Immerhin sthet die Wildkatze unter Naturschutz.
Ansonsten kann ein Jäger JEDES "wildernde" Haustier (Ohne Leine, >200m vom letzten Haus entfernt) abschießen!

@Harriet
Besorge Dir mal die Ausführungsbestimmungen Deines BL zu Tollwutverdachtfällen.
Da steht auf alle Fälle drin, wie im Zweifelsfall zu verfahren ist.
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tortiecat
Gast


Anmeldungsdatum: 02.09.2004
Beiträge: 853
Wohnort: bei köln

Verfasst am: 25.01.2005 - 22:01    Titel:  

@martin: hast recht, hab ich falsch formuliert. meinte vielmehr, daß jäger ja nicht nur und vor allem - so hoffe ich - nicht blindlinks schießen... soll heißen, will dringlichst hoffen, daß sie nicht abdrücken... eine wildernde katze, egal, ob geschützte wildkatze, verwilderte hauskatze oder ausgebüxte mieze stellt meiner ansicht nach keine so große bedrohung dar, daß man sie in die andere welt befördern müsste. sind ja keine wildschweine... naja, aber leider haben ja nicht nur verantwortungsvolle menschen den jadgschein bekommen, so befürchte ich...
lg, katja
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Freddy2002
Gast


Anmeldungsdatum: 16.04.2004
Beiträge: 126
Wohnort: Mönchengladbach

Verfasst am: 25.01.2005 - 23:35    Titel:  

@Katja
Jäger meinen leider, daß eine Katze (egal ob Wild- oder Hauskatze) Hasen reißen könnte. Kann sie aber nicht.
Trotzdem werden jährlich etwa 400000 Katzen in Deutschland geschoßen!
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tortiecat
Gast


Anmeldungsdatum: 02.09.2004
Beiträge: 853
Wohnort: bei köln

Verfasst am: 25.01.2005 - 23:37    Titel:  

ts, ts, ts... naja, sie bekommen nur junge oder kranke tiere, so geschehen bei unserer kindheitskatze motte, die hat tatsächlich mal ein kanini von draußen für ihren wurf mitgebracht... aber hasen? sind die nicht doch noch schneller??
judith, wir schweifen ab, aber du sagst schon 'piep', wenn's dir zu arg wird, hm?
glg, katja
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neckarhex
Gast





Verfasst am: 27.01.2005 - 11:39    Titel:  

Huhu zusammen,

erstmal danke für euren Input. Noch weiß ich leider nichts Näheres, hab noch nicht die Gelegenheit gehabt zu "Ämterzeiten" anzurufen.

@Katja,

tortiecat schrieb:
weiß jetzt gar nicht, ob ich dich nicht missverstehe... aber sollten die mäuse ausbüxen, sind sie doch ohnehin gefährdet durch jäger und co.?


Bisher war mein Wissenstand der, daß wohl eine Katze gefährdet ist, die regelmäßig in Feld, Wald und Flur anzutreffen ist, aber das bezog sich vor allem auf jagende Katzen. Ich hab bisher angenommen daß eine Katze beim Tollwutverdacht im Zweifelsfall in Quarantäne kommt oder der Halter per Ausweis nachweisen muß daß sie geimpft ist. Was z.B. mit ein Grund war neben anderen alle chippen zu lassen, um im Fall der Fälle nachweisen zu können daß es genau dieses Tier ist.

Natürlich wollen wir sie nicht mehr freilaufen lassen. Ich bin aber realistisch genug um zu befürchten daß ein Ausbüxen passieren kann, sowohl solange das Gehege in der ersten Phase ist als auch in dem seltenen Fall daß doch mal irgendwo eine Tür, ein Fenster aufsteht etc.... mir ist das zu oft untergekommen um "nie" zu sagen.

Richtig freilaufen lassen wollen wir sie in der Tat nicht mehr. Aktuell geht es mir aber auch um die Frage ob sie mit Gartengehege nicht als "freilaufend" gelten insofern sie Kontakt sowohl zu anderen Katzen (durch den Zaun) als auch Mäusen etc. haben können.

Ich hätte aber auch beim Freilauf wie früher die Intervalle der Tollwutimpfungen heraufgesetzt, nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch jedes zweite oder dritte.

tortiecat schrieb:

man sollte nur hoffen, daß jäger bei ihrem jagdschein auch unterricht im differenzieren von haus-und wildkatzen bekommen...


Ja und nein. Das sollten sie auf jeden Fall können, da generell (außerhalb der Tollwutfrage) Wildkatzen nicht geschossen werden dürfen. Deshalb gilt - ich weiß nur nicht ob bundesweit oder nur in bestimmten Bundesländern - ein Verbot Tigerkatzen zu schießen aus der Gefahr heraus eine Wildkatze zu töten.
Vielmehr müssen die Jäger lernen zu unterscheiden ob eine Hauskatze verwildert ist oder nicht - und das ist nicht einfach. Selbst ein Halsband halte ich da nicht für hilfreich, abgesehen von den obligaten Einwänden dagegen bei Freigängern - auf die Entfernung auf die ein Jäger schießt kann er meist kein Halsband erkennen. Bei Smilla saß das Halsband, das sie wegen des Magneten tragen mußte, so im Fell verborgen, das hätte kaum einer gesehen.

@Martin,

Freddy2002 schrieb:

Ansonsten kann ein Jäger JEDES "wildernde" Haustier (Ohne Leine, >200m vom letzten Haus entfernt) abschießen!


Die Distanz ist von Bundesland zu Bundesland verschieden, in Hessen ist sie glaube ich sogar nur 50m.

Freddy2002 schrieb:

Besorge Dir mal die Ausführungsbestimmungen Deines BL zu Tollwutverdachtfällen. Da steht auf alle Fälle drin, wie im Zweifelsfall zu verfahren ist.


Genau das hab ich vor, aber ich möchte auch noch vom lokalen Jäger wissen wie er die Sache handhabt.

Das ist nämlich der Punkt der mich heute viel mehr verunsichert als noch vor einem Jahr.
Wie gesagt sind der Schwager meiner Schwester und ihr Schwiegervater (Hobby-)Jäger. Ich habe sie beide zwar inzwischen als sehr verantwortungsvolle Jäger und besonders auch Heger kennengelernt. Aber trotzdem erschreckt mich ihre Einstellung zur Katzenfrage ziemlich.
Ein paar werden sich erinnern, anfangs war ich ganz begeistert davon... ich muß dazusagen daß vor allem der Schiwegervater, der die Jagd hält, ganz anders getönt hat als wir noch nur Kunden bei ihm waren (Baufirma, die unseren Keller gebaut hat). Seitdem es nun Familie ist ist er offener... :? er sagt zum Beispiel klipp und klar daß er jede Katze schießt die er 200m vom Wohngebiet entfernt sieht - wenn er sie erwischt. Fügt allerdings auch sofort hinzu daß das nur sehr selten vorkommt. Immerhin.
Trotzdem - was ist mit den nicht verantwortungsvollen Jägern und all denen, die Katzen per Klischee oder Generalvorurteil als Konkurrenz ansehen oder - schlimmer noch - als leichte Beute oder Zielübung.... denn wenn auch das Gros der Jäger verantwortungsvoll ist so gibt es doch genug schwarze Schafe um ein Problem darzustellen.

@Martin:

Es gibt erstaunlich viele Katzen, die Hasen reißen können. Wenn auch nur junge und schwache - das reicht den meisten.... genauso wie es den meisten ja reicht, daß - den Vorurteilen sei dank :evil: - eine Katze flemend oder klappernd unter einem Baum mit einem Vogelnest sitzt, schon reißt sie angeblich Vögel und gefährdet den Singvogelbestand.... (selbst meine erfahrenen und versierten Vogeljäger Arradon und Smilla haben nur Amseljunge erwischt, und die sind wahrlich nicht gefährdet.... sondern verdrängen ja ihrerseits die heimischen Singvögel. Und sie haben sie nur im Garten in Usingen erwischt, der zu viele lichte Hecken hatte. Dort fühlten sich die Vögel sicher, aber die Katzen kamen rein. Wenn Bäume und Büsche entsprechend vogelgerecht sind hat eine Katze keine Chance... in Neckargemünd haben sie nie einen Vogel erwischt, dafür brachten sie Ratten..... aber ich schweife selbst ab...

Was mich inzwischen beunruhigt ist das Mißverstehen der Körpersprache, wie ich es oben beschrieben habe, nachdem ich das nun miterlebt habe.
Und sehr irritiert hat mich bei dem Anschlag eben auch die Aussage, daß im Prinzip jedes verdächtige Tier sofort getötet wird - wie soll dann noch kontrolliert werden ob es erkrankt war? Postmortem? :|

Ich werde berichten was ich in Erfahrung bringe.

Gruß Harriet
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otto
Gast





Verfasst am: 12.02.2005 - 20:58    Titel: Tollwut...  

hallo,
nach Aussage von Prof. Jilg (Mikrobiologe) der Uni Regensburg ist die Tollwut in D ausgerottet. Eine Tollwutimpfung nicht nötig.
Die 3 Tollwutfälle in 2004 in D waren durchwegs eingeschleppt (Marokko, Indien, Russland) und gingen für die Menschen auch tödlich aus.
In Bayern haben die Jäger schon seit längerem Impfungen über Köder durchgeführt. Die hier bei uns (bayerischer Wald) geschossenen Füchse waren bei der Untersuchung durchwegs negativ!
Gruss
Otto
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 12.02.2005 - 21:03    Titel:  

Hallo Otto,

in einigen Bundesländern sieht es noch nicht ganz so rosig aus, leider.

Nach wie vor bestehen jedoch so genannte „Restherde“ von Tollwut. Um eine vollständige Tilgung der Tollwut zu erreichen, hat der Minister für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz Wilhelm Dietzel in Abstimmung mit dem WHO-Tollwutzentrum bei der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere und den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg eine Impfaktion in gefährdeten Gebieten angeordnet.

aus:
http://www.hmulv.hessen.de/service/presse/mitteilungen/2004/Maerz/00118/index.php

Aktuellere Infos aus Wiesbaden gibt es noch nicht, Stand März 2004.

Liebe Grüße,
Iris
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neckarhex
Gast





Verfasst am: 12.02.2005 - 23:45    Titel:  

Hallo Otto,

wie ich oben schon angedeutet/ erwähnt habe, sind allein bei uns im Rhein-Neckar-Kreis im letzten Quartal 2004 2 Tollwutfälle bekannt geworden. Und auch bei uns (Baden-Württemberg) werden schon seit langer Zeit Impfungen durch Köder durchgeführt.

Gruß Harriet
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Gisela
Gast


Anmeldungsdatum: 02.11.2005
Beiträge: 279
Wohnort: Maintal

Verfasst am: 22.11.2005 - 21:37    Titel:  

Hallo an alle!
Das Thema ist zwar schon eine ganze Weile her, aber anläßlich Aga`s Frage wegen Tollwutimpfung hab ich da noch mal in dieses Thema reingeschaut u. hätte dazu auch einen kleinen Beitrag.
Ich habe das Glück, in einem Haus direkt am Waldrand mit vielen Stallungen u. Scheunen aufgewachsen zu sein, mit vielen Katzen, die aber alle Freigang hatten, bzw. wie es halt so in dieser Ländlichen Nachkriegsgeneration war, "die Katzen in der Wohnung nichts zu suchen haben". (Spruch von meiner Mama).
Sehr oft kamen Katzen von ihren Streifzügen nicht zurück, da sie im Wald vom Förster erwischt u. erschossen wurden.
Worüber sich meine Mutter immer besonders aufregte war, das ein gewisser Förster der das Waldrevier betreute, grundsätzlich Katzen erschoß u. besonders grausam, die erlegten Katzen über einen Baumast legte, damit die Besitzer beim nächsten Waldspatziergang gewarnt sind, was passiert wenn er eine Katze im Wald erwischt.

Judith, du hast gar nicht geschrieben (o. es ist mir entgangen) was der Jäger in eurem Bezirk gesagt hat. Meiner Meinung sind nichtmal das größte Problem Jäger, denn die dürfen nicht immer Jagen, es gibt auch Schonzeiten, wo dies Verboten ist. Das größte Problem sind Förster, die dafür bezahlt werden täglich durchs Revier zu streifen u. aus falsch verstandenem Wildschutz Katzen vorsätzlich erschießen. :cry:

Zur Frage ob Katzen im Gehege tollwutgefährdet sind, nun, wenn man in einem Tollwutgefährdeten Bezirk lebt, kommt es durchaus vor (was in unserem Dorf oft der Fall war), daß ein Tollwuterkranktes Tier, da alle Scheu verloren (in meinem Fall war`s immer ein Fuchs) bewohntes Gebiet durchstreift, dabei durchaus sich auch einem Freigehege nähern kann, u. weiteres Geschehen mag man sich dann gar nicht vorstellen.
Ich hörte von Dorfbewohnern, das sich in einigen Fällen sogar ein Tollwütiger Fuchs ins Wohnzimmer geschlichen hat, u. die nachfolgenden prophylaktischen Tollwutspritzen für den Heimgesuchten wurden immer sehr mit Ehrfurcht erwähnt, da sehr unangenem. :|
LG
Gisela
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