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Vortrag in Karben - Zusammenfassung Katze
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Catgirly



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573

Verfasst am: 27.02.2005 - 16:36    Titel: Vortrag in Karben - Zusammenfassung Katze  

Impfvortrag von Mo Peichl

Hallo Ihr,

dann will ich mal .. Einiges war mir noch neu und ich bin froh, auf dem Vortrag gewesen zu sein. Ich dachte bisher, daß die Totimpfstoffe empfehlenswerter seien ... bin aber eines besseren belehrt worden. Alles hab ich aber nicht behalten können und krieg es auch mit dem Script nicht mehr zusammen :oops:.

Impfstoff-Typen

Es gibt zwei Impfstofftypen: Die Lebendimpfstoffe (sie schützen grundsätzlich länger als die Totimpfstoffe) und die Totimpfstoffe. Die Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, lebende Viren oder Bakterien. Bei Lebendimpstoffen genügt eine einzige Impfung als Grundimmunisierung, wenn die Kitten über 12 Wochen alt sind und keine Antikörper von der Mutter mehr haben.

Die Totimpfstoffe sind inaktivierte Impfstoffe und enthalten chemisch abgetötete Viren, Bakterien (Chlamydien) oder Pilze (Microsporum canis). Bei den Totimpftstoffen sind meist zwei Impfungen zur Grundimmunisierung (außer Tollwut) notwendig. Die Totimpfstoffe sind die, die bei den Impfungen für das Impfsarkom verantwortlich sind. Die Totimpfstoffe sind aus diesen Gründen die nicht empfehlenswerten Impfungen. Außerdem enthalten sie als Konservierungsmittel fast immer hochgiftige Quecksilberverbindungen und die Impfwirkung verstärkende Adjuvantien (1).

Bakterielle Totimpfstoffe (wie z.b. gegen Chlamydien) werden aus Ganzkeim-Bakterien hergestellt und verursacehn relativ häufig Überempfindlichkeitsreaktionen. In der Human-Medizin sind Ganzkeim-Bakterien-Impfungen nicht mehr üblich.

Weitere Impfstofftypen: rekombinanter Impfstoff gegen FeLV, Vektorimpfstoff gegen FeLV

Antigen, Antikörper, Immunantwort

Das Antigen ist der Erreger bzw. diejenigen Teile davon, auf die das Immunsystem reagiert und zwar durch Bildung von Antikörpern, Bildung der zellulären Immunabwehr (spezielle T-Lymphozyten) und durch Bildung von langlebigen Immungedächtniszellen (B- und T-Zellen).

Diese Immungedächtniszellen werden im Körper nicht abgebaut. D.h. der Körper "erinnert" sich jahrzehntelang (lt. Kraft/Dürr) an die meisten seiner früheren Auseinandersetzungen (sei es durch eine Impfung oder „normalen“ Kontakt mit dem Erreger. Nach dem Kontakt bleiben die zuständigen Antikörper und T-Zellen in jahrelanger Alarmbereitschaft.

Dauer des Impfschutzes

Katzenseuche: mindestens 7,5 Jahre wenn nicht sogar lebenslang. Die Grundimmunisierung ist auch bei Wohnungskatzen sinnvoll, da der in der Umgebung sehr stabile Erreger vom Menschen eingeschleppt werden kann.

Katzenschnupfen
1. Felines Herpesvirus: die Impfung verleiht keine sterile Immunität. Auch geimpfte Katzen können erkranken. Dauer der (eingeschränkten) Schutzwirkung: bis zu 7,5 Jahre
2. Felines Calcicivirus: die schlechte Schutzwirkung ist wissenschaftlich belegt. Die Viren kommen in vielen Varianten vor, in der Regel schützt die Impfung inzwischen nicht mehr (da veraltet) gegen die derzeit auftretenden Stämme. Dauer des Imfpschutzes (nur gegen zum Impfvirus passende Calici-Stämme): mindestens 7,5 Jahre.

Leukose
Sinnvoll allenfalls bei Jungtieren, bei denen ein Kontakt mit FeLV-infizierten Katzen nicht auszuschließen ist. Dauer des Impfschutzes bisher wenig untersucht, für den rekombinanten Impfstoff mindestens 3 Jahre. Mo Peichl sagt, Katzen ab einem Jahr brauchen nicht mehr geimpft werden. Der beste Impfstoff sei von Virbac.

Tollwut
Für Freigängerkatzen empfehlenswert aber nur wegen der gesetzlichen Situation in D. Tollwutimpfstoffe schützen mindestens 3 Jahre. In den USA, wo es viel mehr Wildtollwut gibt als hierzulande gilt die 3-jähre Impfpflicht.

Imfpstoffe von schlechter Wirksamkeit gegen

Chlamydien
FIP
Hautpilz
Bordetelle bronchiseptica

sollten überhaupt nicht geimpft werden.


Unterschiede Impfstoffe USA/D bzw. Europa

Wird oft behauptet, ist aber unwahr. Haustierimpfstoffe werden weltweit praktisch auf dieselbe Art und Weise hergestellt, mit denselben Impfvirus- oder Impfbakterienstämmen, mit denselben Zusatzstoffen und demselben Gehalt an Impfantigen und Zusatz- sowie Konservierungsstoffen.

Insgesamt muß ich sagen, dass Mo Peichl ihre Aussagen sehr gut und nachvollziehbar belegen konnte (und gerade zur Impfschutzdauer deckt es sich mit den Aussagen Horzineks auf dem Vortrag in Langen - auch wenn er in "seinem" Buch andere Aussagen trifft). Auch die Unterschiede zwischen USA und D. Ich hab ja mal bei Behring gearbeitet. Die stellen auch Impfstoffe her. Und es ist so: Ein Impfstoff wird entwickelt und einmalig zum Patent eingereicht. Er wird dann in allen Ländern genau gleich hergestellt. Etwas anderes kann sich ein Hersteller kostenmäßig gar nicht erlauben.

Ich für mich habe folgendes daraus gelernt: Ich werde jetzt nur noch Lebendimpfstoffe (soweit es sie gibt) bei meinen Katzen (und Hund) verwenden. Simba wird nicht mehr geimpft gegen Seuche und Schnupfen und ab 5 Jahren auch nicht mehr gegen Leukose. Nur noch gegen Tollwut, da wir im Tollwutsperrbezirk wohnen.

Das war jetzt nicht alles, aber so das Wichtigste ...

(1)Adjuvantien führen zu einer unspezifischen Immunreaktion im Sinne einer Entzündung, was die zelluläre Abwehr anregt, Macrophagen und andere Antigen präsentierende Zellen mit Erregern in den regionalen Lymphknoten sammelt und die Plasmazellproduktion ankurbelt. Die lokale Irritation führt aber insbesondere im humanmedizinischen Bereich dazu, daß sie selten angewendet werden. Häufig gebrauchte Adjuvantien sind: Aluminium Hydroxyd Gel, Komplettes Freund"sches Adjuvans (mit Mineralöl und Mycobakterienextrakt), Inkomplettes Freund"sches Adjuvans (Mineralöl), Adjuvans 65 (Erdnußöl, was zu Nekrosen führen kann)
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Catgirly



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573

Verfasst am: 27.02.2005 - 16:57    Titel:  

Achja: Wir hatten dort sogar hohen Besuch. Ein Professor Roland Friedrich aus der Tieruni Gießen war auch dabei ....
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nicmic2002



Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beiträge: 155
Wohnort: Trittau

Verfasst am: 28.02.2005 - 16:57    Titel:  

Hallo Simone,

und woher weiß ich - ohne meinen TA zu fragen - welche Tot- bzw Lebendimpfstoffe sind? Gibt es da irgendwo ein Verzeichnis?

Liebe Grüße
Nicole
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Catgirly



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573

Verfasst am: 28.02.2005 - 17:14    Titel:  

Hallo Nicole,

"hier werden Sie geholfen" :wink:

http://www.pei.de/downloads/katze.pdf

Und wenn Du wissen willst, welche Tot- und welche Lebendimpfstoffe sind dann kannst Du hier nachsehen:

http://www.vetpharm.unizh.ch/

Ist zwar eine Schweizer Datenbank und es sind nicht unbedingt alle hierzulande erhältlichen Impfstoffe drin, aber die meisten findet man doch ...
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nicmic2002



Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beiträge: 155
Wohnort: Trittau

Verfasst am: 28.02.2005 - 17:26    Titel:  

Hallo Simone,

Danke!

Jetzt wo ich die Handelsnamen vom PEI habe, kann ich auch in der Lauer nachsehen, ob Lebend- oder Totimpfstoff!

Die Katzen sind jetzt ja klar. Muß jetzt nur noch einmal ein Impfschema für die Hunde ausdenken :)

Liebe Grüße
Nicole
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Catgirly



Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573

Verfasst am: 28.02.2005 - 17:29    Titel:  

Hallo Nicole,

Du machst mir hier täglich klar, wie furchtbar es ist nicht mehr beim Großhandel zu arbeiten ... Damals hatte ich noch keine Tiere ... wie gut könnt ich heute all die Infos brauchen, an die ich damals noch rangekommen bin :cry: ....
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nicmic2002



Anmeldungsdatum: 14.02.2005
Beiträge: 155
Wohnort: Trittau

Verfasst am: 28.02.2005 - 17:42    Titel:  

Hallo Simone,

wie gesagt: wenn ich mit irgendwelchen Infos behilflich sein kann: GERNE!

Liebe Grüße
Nicole
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 01.03.2005 - 06:52    Titel:  

Hallo Simone,

erstmal - lieben Dank für das Einstellen Deiner Zusammenfassung zum Thema Impfen (gilt auch für die Hunde :wink: ).

Interessant ist es schon, wie hierzulande die "Impfpolitik" verkauft wird.

Aber, und das wissen wir beide, sehr viele Tierbesitzer gehen nur 1x jährlich mit Hund oder Katze zum TA, nämlich zum Impftermin. Daß das ca. 1/3 der Einnahmen einer TA-Praxis ausmachen kann, wissen wir ja.

Ohne "Impfpaß" und "Impfzwang" würden viele Tiere wahrscheinlich nie einen TA kennenlernen und dann beim jährlichen Impftermin wenigstens äußerlich untersucht werden. Und auch wenn wir Interessierten zu diesem Thema eine andere Meinung vertreten als viele TÄ (aus o.g. Gründen) finde ich das in diesem Zusammenhang doch noch wichtig zu erwähnen.

Liebe Grüße,
Iris

@ Mods
Könnt Ihr diese Zusammenfassung mit in die Infothek aufnehmen? Thema - Impfen, kritisch betrachtet - oder so? [Erledigt, Neckarhex]
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Catgirly
Gast


Anmeldungsdatum: 07.03.2004
Beiträge: 3573

Verfasst am: 01.03.2005 - 09:22    Titel:  

Huhu Iris,

Iris schrieb:
Ohne "Impfpaß" und "Impfzwang" würden viele Tiere wahrscheinlich nie einen TA kennenlernen und dann beim jährlichen Impftermin wenigstens äußerlich untersucht werden.


*räusper* :oops: Weißt Du wann ich das letzte Mal mit Gypsi beim TA war? Im August 2003 :oops: ..... Dieses Jahr ist sie allerdings wieder reif. Aber ich "scheue" ehrlich gesagt auch manchmal den Gang mit den Coonies - einfach weil sie danach immer wie aus der Bahn geschoßen sind (man sah es ja an Gizmo - gesund zur TA und krank wieder heim).

Und mit Grisu geh ich ja gar nicht ....

Und mal so ganz ehrlich: Diese "äußerlichen" Untersuchungen bringen so furchtbar viel IMHO auch wieder nicht - natürlich je nach Zustand der Katze.

Und ich glaube: die ganz "unverantwortlichen" gehen auch nicht zum Impfen ... DAS erleben wir im I-Net ja doch öfter ...
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Anonymous
Gast





Verfasst am: 01.03.2005 - 09:31    Titel:  

Huhu Simone,

Zitat:
Und mal so ganz ehrlich: Diese "äußerlichen" Untersuchungen bringen so furchtbar viel IMHO auch wieder nicht - natürlich je nach Zustand der Katze.

Und ich glaube: die ganz "unverantwortlichen" gehen auch nicht zum Impfen ... DAS erleben wir im I-Net ja doch öfter ...


Das stimmt schon, aber es gibt meiner Meinung nach einen gewissen Zwang bei vielen der 5 Mio Katzenbesitzern, wenigstens 1x jährlich zum Impfen zu gehen. Und da hier ja auch viele Gäste mitlesen, die bei diesem Thema nicht so involviert sind, wollte ich das einfach noch mal anmerken. TA-Besuch ist wichtig, und wenn es sich dann auch "nur" um einen "Impfbesuch" oder eine "äußerliche" Untersuchung handelt (Mäulchen auf, kurz reinsehen, abtasten usw....). Natürlich sollte jeder Tierbesitzer kritisch mit dem Impf-Thema umgehen, aber das tun nun mal leider nur die wenigsten... Vielen ist das Thema bei den vielen Impfstoffen wahrscheinlich auch zu kompliziert, bis dann der erste Verdacht auf Sarkom auftaucht...

Liebe Grüße,
Iris
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neckarhex
Gast





Verfasst am: 01.03.2005 - 10:12    Titel:  

Huhu Iris,

Iris schrieb:

Das stimmt schon, aber es gibt meiner Meinung nach einen gewissen Zwang bei vielen der 5 Mio Katzenbesitzern, wenigstens 1x jährlich zum Impfen zu gehen. [...] TA-Besuch ist wichtig, und wenn es sich dann auch "nur" um einen "Impfbesuch" oder eine "äußerliche" Untersuchung handelt (Mäulchen auf, kurz reinsehen, abtasten usw....).


Ich kann Dir nur zustimmen. Ich habe mit meinem TA ja schon öfter über dieses Thema diskutiert, habe es sicher hier auch schon mal erwähnt, daß er genau das sagte: daß er das Gros seiner Patienten nur zum Impfen sieht - wenn überhaupt. Und daß er nur so die Chance hat ein Minimum an Gesundheitsvorsorge zu gewähren, bzw. bestimmte Erkrankungen aufzudecken. Bei dieser Katze mit den massiven Verknöcherungen durch Vit.A.-Überversorgung war es ja auch so, die Halter waren nie beim TA mit ihr... sonst wäre es sicher nicht so schlimm geworden.
Als ich ihn dann auf die Impfintervalle ansprach meinte er er würde für den durchschnittlichen Tierhalter bei den jährlichen Impfungen bleiben, um der Tiere willen. Wenn er einen Tierhalter als verantwortungsvoll kennenlernt hat er aber kein Problem mit größeren Intervallen - bei uns zum Beispiel.
(Er impft übrigens in die Hinterbeine bzw. die Gesäßmuskulatur, immer auf getrennten Seiten und hat letztes Jahr eine Fibrosakrom-Fortbildung gemacht, wovon Smilla ja bereits profitieren durfte).

Natürlich wäre es andersherum besser.
Meines Erachtes wäre es dabei genauso wichtig, auf die TÄ insofern einzuwirken daß die Grunduntersuchung der Tiere, die dem Impfen vorausgehen, verbessert wird, um wirklich auch Sinn zu machen, und den Tierhalter darauf anzusprechen, bzw. zu erreichen daß man es so handhabt wie es ja an verschiedenen Stellen vorgeschlagen wird, die Impfungen in dreijährigen Intervallen zu geben, aber so rotierend daß die Katze trotzdem jedes Jahr beim TA ist.

@Iris: Simones Vortrag steht schon lange auf der Infothek-Warteliste, ich bin nur noch nicht dazu gekommen :wink:

Gruß Judith
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Elke-030
Gast


Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 2848
Wohnort: Berlin

Verfasst am: 01.03.2005 - 14:45    Titel:  

Hallo Simone,

danke das Du uns den Vortrag protokolliert hast! Wieder sehr aufschlußreich!

Liebe Grüße
Elke
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