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Herbst(gras)milben - mal erforscht
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Minou



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 19

Verfasst am: 10.09.2011 - 19:16    Titel: Herbst(gras)milben - mal erforscht  

Hallo!

Die Herbstgrasmilbensaison ist ja in vollem Gange und da meine Katerchen auch von den Biestern gequält werden, habe ich mal recherchiert. Dabei bin ich auf eine Doktorarbeit über Herbstgrasmilben gestoßen. Hier mal meine daraus gezogenen Erkenntnisse:

Zunächst einmal ist der Name Herbstgrasmilbe irreführend, da sich die Milben nicht nur im Gras aufhalten sondern - sogar in größerer Zahl - in Beeten verschiedenster Art. Daher müssten sie eigentlich Herbstmilben heißen.

Die Herbstmilben treten hierzulande besonders gehäuft im Rheinland auf (Dankeschön, warum bin ich nur hierher gezogen?). Eine gute Erklärung dafür gibt es allerdings nicht. Allein auffällig sind die hier recht milden Winter, in denen der Bodenfrost nicht tief genug dringt, um einen Einfluss auf die Milbenpopulation zu haben.

Andere Gemeinsamkeiten in der Bodenqualität, der Boden- oder Luftfeuchte etc. konnten in der Doktorarbeit nicht festgestellt werden. Die Milben sind da wohl recht anspruchslos.

Gemein an den Milben sind allein die Larven. Sie treten von Juli bis Oktober an die Oberfläche und brauchen für ihre Weiterentwicklung organisches Material, das sie sich von ihren Wirtstieren (oder -menschen) holen. Dazu injizieren sie Speichel, mit dem sie die Haut angreifen, damit sie sie besser aufnehmen können. Hmmm, lecker. Sie benötigen dazu ca. 2-3 Stunden. Dann fallen sie ab und verbringen ihr restliches Leben unter der Erde in bis zu 40 cm Tiefe.

Der Juckreiz tritt erst auf, wenn sich die Larven bereits verabschiedet haben. Spätestens nach 24 Stunden ist er da.

Interessant fand ich, dass die Herbstmilben in Herden auftreten. Diese Herde auf dem Boden sind nur bis zu einem halben Quadratmeter groß. Außerhalb dieser Herde finden sich nur vereinzelt Larven. Lokalisieren kann man die Herde, indem man im Garten weiße Tücher (Taschentücher) flach auf dem Boden verteilt und ca. 15 Minuten wartet. Dann sammeln sich die orangenen Larven an den Tüchern und man kann die am dichtesten besiedelten Flecken ausmachen.

Was aber dann tun? Die üblicherweise angegebenen Methoden (Rasenmähen, Gartenpflege) helfen nicht wirklich. Selbst das Austauschen der oberen 15 cm Erde und eine neue Rasenaussaat halfen in der Studie nicht, da die Nymphen in bis zu 40 cm Tiefe leben und nach kurzer Zeit an eben denselben Stellen wieder der Milbenbefall auftritt. Es konnte kein Unterschied im Befall zwischen verwilderten und gepflegten Gärten festgestellt werden. Einmal befallen, immer befallen.

Auch Pestizide (die man sowieso nicht will...) helfen nur sehr kurz und oberflächlich. Allein ein Austausch des Bodens bis in 60 cm Tiefe (haha) oder das Begießen der Milbenherde mit jeder Menge kochendem Wasser (nicht so toll für die Pflanzen...) soll helfen.

Manche Menschen werden von den Milben wohl nicht gemocht, denn der Autor der Arbeit gab an, selbst kein einziges Mal Opfer der Milben geworden zu sein, obwohl er sich ja häufig und länger in den befallenen Gärten aufhielt.

Tja, mein Fazit: Aussitzen und betroffene Stellen gegen Juckreiz behandeln oder den Garten und andere Grünflächen meiden. Beides blöd.
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